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An die Instrumente, fertig, los

JUNG IN GL. Musik-Kooperationen: Die städtische Max-Bruch-Musikschule hat ihr Kooperationsangebot mit Schulen und Kitas in Bergisch Gladbach stark ausgebaut. Insgesamt profitieren davon zurzeit 15 Kitas und 14 Schulen.

VON KLAUS PEHLE

Im Gegensatz zu Bonn, Salzburg oder Wien hat Bergisch Gladbach nicht die ganz großen Namen der klassischen Musik zu bieten. Im Vergleich zu Beethoven oder Mozart ist der einst hier an der Strunde komponierende Kölner Max Bruch eher ein Geheimtipp. Das ändert aber nichts an der Tatsache, das klassische Musik hier viel, gerne und auf hohem Niveau gespielt wird. Das liegt nicht zuletzt an einer städtischen nach Bruch benannten Musikschule, die Kindern und Jugendlichen früh die Möglichkeiten bietet, ein Instrument zu erlernen.

Durch die bis in den Nachmittag ausgedehnten Kita-Zeiten und die Beliebtheit der Ganztagsschule musste sich die Musikschule anpassen. Und hat das erfolgreich getan.

 „Wir haben unter anderem die Möglichkeit geschaffen, in der fünften Klasse eine Musikklasse zu wählen. Am AMG gab es zum Beispiel die Streicherklasse, die neben dem Regelbetrieb eine Extrastunde mit dem Streichorchester hatte“, nennt Barbara Ruthmann eine Maßnahme, um die Schülerinnen und Schüler trotz Nachmittagsunterricht musikalisch abzuholen. Ruthmann (58) kam direkt nach ihrem Musikstudium in Münster und Köln vor 30 Jahren an die städtische Musikschule Bergisch Gladbach und ist seit 15 Jahren für die Kooperationen mit Kitas und Schulen verantwortlich. 15 Kitas machen zurzeit mit, sieben Grund- und sieben weiterführende Schulen. Am NCG und an der IGP gibt es Bläserklassen ab der fünften Klasse. „Sie spielen dann in einem großen Orchester und haben in kleinen Gruppen Unterricht an ihrem Instrument“, erklärt die Musikwissenschaftlerin.

Das gemeinsame Spielen im Orchester ist laut Ruthmann einer der stärksten Anreize, ein klassisches Instrument zu lernen und die Musikschule ist da gut aufgestellt. Ruthmann: „Wir haben einen außerordentlich erfolgreichen Streicher- und Klavierbereich, da sind Kinder und Jugendliche ja mit hohem Anspruch in der klassischen Musik unterwegs.“ Bei den Kooperationen mit den Schulen gibt es die unterschiedlichsten Modelle und Fördermöglichkeiten. Vom Land NRW gibt es das Programm „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ (JeKits), von dem auch viele Grundschulen in Gladbach finanziell profitieren. Andere Schulen unterstützen den oft kostspieligen Kauf eines Instruments über eigene Mittel. „Zum Beispiel in Herkenrath. Da gibt es für die Schüler, die bei uns ein Instrument lernen, finanzielle Unterstützung von der Schule“, berichtet Ruthmann.

Wie sinnvoll und auch für die Leistungen in anderen Fächern relevant musikalische Erziehung ist, haben zahlreiche Studien in den letzten Jahren belegt. Und das zeigt sich auch in der Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche die Angebote aufnehmen: „Vor allem die Kinder, die zu Hause vielleicht nicht so mit Musik konfrontiert werden, saugen alles förmlich auf und machen begeistert mit“, sagt Ruthmann.

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