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Corona bestimmt das Alltagsgeschäft

Knapp sechs Monate sind seit der letzten Kommunalwahl vergangen. Eine Zeit, in der die Corona-Krise vornehmlich das kommunalpolitische Alltagsleben bestimmte. Haben die kommunalen Entscheidungsträger mit der Krise nicht schon genug um die Ohren, steht ihnen jetzt mit einer Ankündigung aus dem Kreishaus neues Ungemach ins Haus.

Der GL Verlag sprach mit den Bürgermeistern der Nordkreis-Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises Marion Lück (Wermelskirchen), Frank Steffes (Leichlingen) und Stefan Caplan (Burscheid) über die vergangenen Monate.

Wenn Sie auf die vergangenen sechs Monate schauen: Wie sieht ein erstes Fazit nach dieser ereignisreichen Zeit aus?

Lück: Gefreut hat mich ganz besonders, dass ich die Bürgermeisterwahl gewonnen habe. Damit habe ich nicht unbedingt gerechnet. Für mich als Neuling in dem Amt ist die Coronalage, obwohl natürlich bedrückend, auch die Möglichkeit, mich erst einmal mit den Strukturen der Verwaltung intensiv zu beschäftigen, weil viele repräsentative Aufgaben durch die aktuelle Situation nicht stattfinden. Trotzdem wurden in den

V.l.n.r.: Marion Lück, Bürgermeisterin Wermelskirchen; Frank Steffes, Bürgermeister Leichlingen; Stefan Caplan, Bürgermeister Burscheid

letzten Monaten schon beachtlich viele Projekte auf den Weg gebracht, wie zum Beispiel der für Wermelskirchen wichtige Ausbau des Glasfasernetzes. Bestimmende Themen bei uns sind der Haushalt und natürlich Aufgaben, die die Pandemie uns auferlegt.

Auch mich hat gerade in diesen schwierigen Krisenzeiten die Nachricht über die geplante Erhöhung der Kreisumlage um zwei Prozent extrem überrascht. Wir wären in diesem Jahr das erste Mal aus dem Haushaltssicherungskonzept heraus und bekämen mit einer Umlageerhöhung sofort wieder neue Probleme.

Steffes: Aufgrund von Mehrheiten musste sich die Politik bei uns in Leichlingen erst einmal neu finden. Dies hat doch eine gewisse Zeit beansprucht. Wir starteten eigentlich erst im Februar mit der politischen Arbeit. Natürlich wurden in dieser Zeit alle laufenden Projekte mit Hochdruck weiterverfolgt, die vielen Neubauprojekte wie Kitas, neues Hallenbad, Schulsanierung oder neue Turnhalle müssen schnell realisiert werden. Trotz der schwierigen Situation, bedingt durch Corona, hat mich persönlich sehr beeindruckt, wie sich die Menschen in unserer Stadt gegenseitig unterstützt haben. In den letzten Jahren hatte sich die Entwicklung unseres Haushaltes ganz positiv gestaltet. Leider hat uns die Ankündigung des Kreises, die Kreisumlage zu erhöhen, doch einigermaßen schockiert. Im Falle von Leichlingen hätte dies einen Mehraufwand von bis zu einer knappen Million Euro bedeutet. Und das würde uns in unseren Planungen für die Zukunft extrem weit zurückwerfen.

Caplan: Ich habe solch eine Phase, wie sie sich im Augenblick darstellt, in meinem politischen Leben noch nicht erlebt. Als Bürgermeister lebt man die Kommunikation mit den Bürgern sehr intensiv, diesbezüglich sind wir in diesen Zeiten natürlich extrem ausgebremst. Wir mussten neue Wege der Kommunikation finden, um alle Bedarfe bedienen zu können. Trotzdem ist es uns bis jetzt durch das seit Langem bewährte Zusammenspiel aller Beteiligten gut gelungen, allen Widrigkeiten positiv zu begegnen. Beeindruckt bin ich auch von dem kooperativen Miteinander aller Bürgermeister des Rheinisch-Bergischen Kreises, welches die interkommunale Zusammenarbeit deutlich vereinfacht. Positiv hervorheben möchte ich, dass wir in Burscheid mit Strasserhof ein neues Gewerbegebiet anbieten können. Mittlerweile sind dort schon fast alle Flächen vergeben.

Besonders stolz bin ich darauf, dass neben ortsansässigen Firmen auch Firmen aus den benachbarten großen Städten wie Leverkusen und Wuppertal den Weg nach Burscheid gefunden haben. Auch uns hat die Ankündigung aus dem Kreishaus umgehauen, zumal es fiskalisch keine Notwendigkeit für diese Maßnahme gibt. Eins ist aber jetzt schon klar: Sollte es zu dieser Erhöhung kommen, müssen wir unsere Steuern erhöhen.

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