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Manuela Muth leitet das Cross hinter der Kirche in Gronau seit sechs Jahren. Hier gibt es Theater, Boxen und täglich den Offenen Treff.

Das Cross schafft Freiräume für Kids und Jugend

Jung in GL. Im Jugendzentrum Cross in Bergisch Gladbach-Gronau gibt es ein festes Angebot mit Boxen und Theater. Hier können Kinder und Jugendliche aber auch einfach mal nur Zeit verbringen und gucken, was sie damit anstellen.

VON KLAUS PEHLE

Vor ein paar Wochen war das Jugendzentrum Cross in Gronau richtig voll. Die Theatergruppe hatte ihre jährliche Aufführung und der Ansturm war so enorm, dass man den großen Publikumstraum an zwei Tagen voll besetzen konnte.

Unter der Anleitung von Theaterpädagogin und Regisseurin Natalia Plechanow hatte eine der beiden Theatergruppen die Krimikomödie „Keine Leiche ohne Lily“ einstudiert, hatte Bühnenbild und Requisiten hergestellt, auch die Kostüme waren selbst geschneidert. „Die Aufführung ist schon eines der Highlights im Jahr“, sagt Manuela Muth. Die 42-jährige Diplom-Sozialpädagogin leitet das Gronauer Jugendzentrum, das in Trägerschaft der Katholischen Jugend-Agentur betrieben wird. Solche großen Events wie die Theateraufführung sind wichtig für das Cross: Viele Leute sehen dann in kurzer Zeit, was hier geleistet wird, die Presse berichtet und das Cross ist im Gespräch.

Doch für Muth, die das Cross seit sechs Jahren leitet, ist die fast schon unsichtbare Arbeit, die sich hier tagtäglich vollzieht, fast noch wichtiger. Denn neben festen Angeboten wie Theater und Boxtraining (im Cross steht ein professioneller Boxring) ist das Cross jeden Tag (außer sonntags) für Kinder und Jugendliche geöffnet. Bis zu 40 Jugendliche im Alter von zehn bis 21 Jahren treffen sich hier ab 16 Uhr, können bei günstigen Preisen (0,5 Liter Apfelschorle kosten 0,50 Euro) etwas trinken oder ein Häppchen essen. Eine Playstation steht zum Gamen bereit, es gibt einen Kicker und einen Billardtisch, außerdem ist geschultes Betreuungspersonal dabei. Die können die Jugendlichen ansprechen, wenn es in der Schule oder zu Hause Probleme gibt, sie sind aber auch da, um die jungen Menschen zu motivieren, einfach mal das zu tun, worauf sie Lust haben. Denn das fällt der Jugend bei einem vollgepackten Terminkalender mit Ganztagsschule, eventuell Hobbys und Schulaufgaben zunehmend schwer. „Alleine oder in Gemeinschaft zu schauen, was ich mit meiner Freizeit anstellen kann, können viele heute gar nicht mehr. Da geben unsere Leute dann Impulse, versuchen, die Leute untereinander in Kontakt zu bekommen“, sagt Muth und nennt das die „klassische OT-Arbeit“.

In der Öffentlichkeit werde das Konzept der „Offenen Tür“ aber wegen der schlecht wahrnehmbaren Erfolge schon immer in Frage gestellt, bedauert Muth. Sie selbst bekommt die Früchte ihrer Arbeit auch manchmal erst Jahre später zu sehen. Erst kürzlich schrieb ihr eine mittlerweile erwachsene Frau, wie wichtig für sie die Zeit im Cross für ihre persönliche Entwicklung war.

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