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Finanzen + Handwerk

„Die Menschen leiden unter ihren Schulden“

SCHULDNERBERATUNG: Die Fälle von Hilfesuchenden bei der Schuldnerberatung Rhein-Berg nimmt zu. Vielen sind in der Corona-Pandemie 450-Euro-Jobs weggebrochen. Anderen fehlt Geld, weil sie in Kurzarbeit sind oder waren.

Über 250 Neuzugänge meldeten sich von Januar bis Mitte Juni bei der Schuldnerberatung Rhein-Berg. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2020 kamen rund 450. Sie suchen und bekommen bei der Stelle, die von Caritas und Diakonie gemeinsam betrieben wird, Hilfe, um ihre Finanzen wieder zu ordnen. „Die Leute, die hierherkommen, leiden wirklich unter ihren Schulden“, erklärt Fachdienstleiter Thomas Penkert. Seit über 20 Jahren berät der Jurist Menschen, die wegen ihrer Schulden Probleme haben. „Ja, wir können eine Zunahme verzeichnen“, sagt er. Außerdem verlagert sich die Problematik. „Es kommen Menschen, denen ein 450-Euro-Job weggefallen ist, die Kurzarbeitergeld bekommen oder denen Schichtzulagen fehlen. Das sind schon unmittelbare Corona-Folgen.“

Bei einigen Menschen hat das gravierende Auswirkungen auch auf die Psyche. „Manche haben Angst, wenn es an der Tür schellt, andere öffnen ihre Post gar nicht mehr“, berichtet Penkert, der empfiehlt, möglichst früh Hilfe zu suchen. „Man kann dann häufig noch mit Gläubigern verhandeln.“ Außerdem betont er, dass die Stelle sozial ausgerichtet ist. „Wir haben die Menschen hinter den Schulden im Blick.“

Der größte Anteil der Hilfesuchenden (17 Prozent) hat Schulden in einer Höhe von 20.000 bis 50.000 Euro. Die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen ist am häufigsten vertreten (26 Prozent).

Finanziert wird die Schuldnerberatung hauptsächlich durch den Rheinisch-Bergischen Kreis, dem die Stelle auch über die Verwendung der Mittel berichten muss. Beteiligt an den Kosten ist aber auch der Sparkassenfonds, in den alle nordrhein-westfälischen Sparkassen einzahlen.

Nähere Informationen unter: www.schuldnerberatung-rheinberg.de

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