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Finanzen + Handwerk

Die Verbraucher haben die Entscheidung in der Hand

Fairer Handel ist mehr als nur ein Trend: Am 11. Mai erinnert der internationale Tag des Fairen Handels an die Bedeutung nachhaltiger Handelsströme, die einen Beitrag gegen Armut, Ausbeutung und den Klimawandel leisten.

VON THOMAS HEINEMANN

Bitterer Kaffee, bröckelige Schokolade und krumme Bananen, und das alles für teures Geld – an Klischees und Vorurteilen gegen Fair Trade-Produkte, die man vor zwei Jahrzehnten nahezu ausschließlich in Eine-Welt-Shops fand, mangelte es früher nicht. Heute ist der „Faire Handel“ in allen Supermarktregalen zu finden, auch in Bergisch Gladbach. Doch rechnet es sich?

Umsätze steigen rasant
Ein Blick in die Umsatzstatistiken des Vereins TransFair e.V. zeigen: Zwischen 1999 und 2005 stagnierten die Fair Trade-Umsätze in Deutschland stets unter 60 Millionen Euro. Seither ist das Wachstum nicht mehr zu bremsen. Allein von 2007 bis 2017 stieg der Umsatz von 142 Millionen auf 1,329 Milliarden Euro um nahezu das Zehnfache. Fairer Kaffee macht gut ein Drittel des Umsatzes in Deutschland aus, wenngleich Kakao mit einer Wachstumsrate von 34 Prozent die Aufholjagd begonnen hat. Auch in Bergisch Gladbach.
Vor sieben Jahren hatte sich die Stadt aufgemacht, eine „Fair Trade-Stadt“ zu werden. Bürger wurden über fairen Handel, den Erzeugern eine menschen- und umweltgerechte Entlohnung garantiert, informiert und verschiedene Aktionen durchgeführt.

„Das Umdenken ist ein langer Prozess“
Doch wie kommen die Bemühungen bei den Bürgern an? Stadtsprecher Martin Rölen sieht die Entwicklungen auf einem sehr guten Weg: „Die wiederkehrenden Aktionen wie das Fair Trade-Frühstück, Verteilen von fair gehandelter Schokolade und Infomaterial auf dem Markt und weitere Aktionen zeigen, dass nach wie vor Interesse bei den Bürgerinnen und Bürgern besteht, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.“ Es würden stets gute Gespräch geführt, doch Rölen weiß auch: „Das Umdenken ist ein langer Prozess, der stetig vorangebracht werden muss. Gerade bei jungen Bürgerinnen und Bürgern ist ein Umdenken zu spüren. Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde und wird Kindern und Jugendlichen intensiv vermittelt.“ 2017 wurde das Berufskolleg zur Fair Trade School ausgezeichnet; das Albertus-Magnus-Gymnasium wird die Auszeichnung in diesem Jahr erhalten. Dafür haben die Schulen eigene Fair Trade-Teams gegründet, verschiedene Treffen und Aktivitäten organisiert, verkaufen nun Fair Trade-Produkte und setzen sich auch im Unterricht mit dem Thema auseinander. „Auch eine Kindertagesstätte in Bergisch Gladbach – die AWO Kita Margaretenhöhe – ist bereits als „faire Kita“ ausgezeichnet“, teilt Martin Rölen auf Nachfrage mit.

Multiplikation trägt Früchte
Auch im Rathaus gehört Fair Trade längst zum Alltag. Per Dienstanweisung werden im Tagesgeschäft Kaffee, Tee, Kakao und kakaohaltige Produkte, Orangensaft, Schnittblumen und zum Teil auch Sportbälle aus nachhaltiger Quelle genutzt. Mit der vom Rathaus initiierten „Steuerungsgruppe Fair Trade“ wurde und wird der Gedanke weiter in die Breite getragen: Kirchen, Vereine, Schulen, Kitas, Privatpersonen, die Meiden, Einzelhandel, Verwaltung, Wirtschaftsförderung und weitere Institutionen und Initiativen sitzen in der Gruppe an einem Tisch. „Das zeigt, wie breit dieses Thema inzwischen in der Gesellschaft angekommen ist. Gleiches gilt für den Handel: Der Fair Trade- Einkaufsführer Bergisch Gladbach, einzusehen auf den städtischen Internetseiten, zeigt ein breit gefächertes Angebot an Geschäften und Örtlichkeiten, in denen fair gehandelte Produkte erworben oder verzehrt werden können.“

www.bergischgladbach.de/fairtrade.aspx

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