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Gesundheit

Digitale Therapie: Virtual Reality-Hilfe statt langer Wartezeit

Psychologische Erkrankungen haben ein Rekordhoch. Nun gibt es eine erste digitale Therapie für spezielle Erkrankungen. Ein Blick in den Gesundheitsreport 2020 der Techniker Krankenkasse spricht Bände:

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VON THOMAS HEINEMANN

Wenngleich die Zahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten erwerbstätiger Versicherter im Vergleich zum Jahr 2018 leicht gesunken ist, sind die Fehlzeiten aufgrund psychologischer Erkrankungen auf ein Rekordhoch angestiegen. Erkrankte müssen meist lange auf eine Behandlung warten. Nun gibt es eine erste digitale, app-gestützte Therapie mit Hilfe von Virtual Reality (VR).

Statistisch fehlten erwerbstätige Personen im vergangenen Jahr 15,37 Tage (2018: 15,49 Tage) am Arbeitsplatz. Den Rückgang begründet die Techniker Krankenkasse unter anderem mit einer milderen Erkältungswelle als in den Vorjahren. Die meisten Fehlzeiten wurden tatsächlich nicht von Atemwegsinfekten, Erkältungen, Grippe und Co verursacht, sondern von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, wie Albrecht Wehner, zuständig für die Gesundheitsberichterstattung der Techniker Krankenkasse, analysiert hat: „Psychische Erkrankungen sind für rund 19 Prozent aller Fehlzeiten verantwortlich. Das ist der höchste Wert im Vergleich zu anderen Diagnosen – noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten.” Statistisch fehlte jeder Erwerbstätige im vergangenen Jahr 2,89 Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen.

Lange Wartezeit, neue Therapieansätze
Wie die Bundes-Psychotherapeutenkammer BPtK zuletzt im Jahr 2018 ermittelt hatte, lagen die durchschnittlichen Wartezeiten auf eine Sprechstunde bei einem Psychotherapeuten bei 5,7 Wochen sowie 3,1 Wochen bei einer Akutbehandlung. Wer auf eine verordnete Richtlinienpsychotherapie wartet, darf hierfür im Bundesdurchschnitt 19,9 Wochen in Kauf nehmen. In manchen Regionen wie etwa im Ruhrgebiet lag die Wartezeit bei der letzten Auswertung bei 29,4 Wochen – mit steigender Tendenz. Das Ergebnis fasst die BPtK in ihrer Studie nüchtern zusammen: Die Wartezeiten auf Behandlungen seien noch erheblich zu lang.

Für die Therapie von psychisch erkrankten Menschen wird seit Jahren der Einsatz von digitalen Techniken erforscht. Nun hat die Techniker Krankenkasse zusammen mit der Hamburger Firma Sympatient eine erste digitale Therapie via Smartphone App für Patienten mit sogenannten Angststörungen auf den Weg gebracht. Kernstück von Invirto ist die Konfrontation nach therapeutischen Prinzipien mit Angst auslösenden Situationen wie etwa Aufzug- und U-Bahnfahrten oder Menschenansammlungen. „Unser Behandlungskonzept ermöglicht den Patienten einen schnellen Zugang ohne Wartezeiten zu einer hochwertigen Psychotherapie“, erklärt TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas. Studien zufolge leiden rund zehn Millionen Menschen in Deutschland im Verlauf eines Jahres an einer Angststörung. Sie ist damit eine der häufigsten psychischen Erkrankungen.

Bevor die Therapie mit der VR-Brille beginnen kann, untersucht das Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZiP) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) alle Teilnehmer im Rahmen einer psychotherapeutischen Diagnostik. Danach erhalten die Teilnehmer die VR-Brille und einen App-Zugang nach Hause geschickt. TK-Chef Baas: „Anders als bei einer klassischen Psychotherapie mit einem in der Regel einstündigen Besuch beim Psychotherapeuten pro Woche kann bei dem neuen Angebot jeder Patient selbst entscheiden, wann, wo und wie oft er die verschiedenen Schulungsmodule und Übungen absolviert. Während der Therapie wird der Patient von einem Psychotherapeuten des UKSH per Telefon und Video begleitet. Gerade in Regionen mit wenigen spezialisierten Therapeuten und langen Anfahrtswegen ist das eine sehr attraktive Therapieoption.“

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