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Die Bücher wird es wohl immer geben, aber auch E-Reader und Tablets gibt es in der Bücherei, die von Monika Gippert geleitet wird.

Eine Institution im Umbruch

IM PROFIL. Monika Gippert, Leiterin der Stadtbücherei Bergisch Gladbach, beschreibt den Wandel, den diese Institution zurzeit durchlebt. Dabei geht es um die Digitalisierung und auch um Demokratie.

VON KLAUS PEHLE

Auf dem Tisch von Monika Gippert steht eine Biene. Mit dem Drücken von Pfeiltasten kann man die Laufstrecke dieses kleinen Robotertiers programmieren. Das ist kein privates Freizeitvergnügen von der Leiterin der Gladbacher Stadtbücherei, es ist vor allem ein Zeichen dafür, wie sich die Zeit auch hier in der Bibliothek durch die Digitalisierung verändert. Mit der Biene zeigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kindern, wie ein Roboter funktioniert.

„Die Bibliotheken stehen total im Umbruch“, sagt Gippert. „Noch vor einigen Jahren waren wir nur Ausleihbibliothek. Diese Funktion ist auch heute noch da, aber wir sind auch Kommunikations- und Treffpunkt.“ 80.000 Menschen besuchen die Stadtbücherei im Bergisch Gladbacher Forum jährlich. Nicht alle sind angemeldete Ausleiher. Viele nutzen auch einfach die zwölf Internetplätze oder genießen die ruhige Atmosphäre hier zum Arbeiten. Das Team passt sich den sich verändernden Verhältnissen an. Seit einem Jahr ist die Bücherei an vier Abenden bis 19 Uhr geöffnet, in naher Zukunft werden die Ausleihmedien mit RFID-Codes ausgestattet, dann können die Nutzer den Ausleihvorgang selbst verbuchen. Das spart Personal, denn das Team leistet heute viel mehr als Bücher zurückzunehmen und wieder ins Regal zu räumen. „Was für uns zurzeit an vorderster Stelle steht, ist Leseförderung“, sagt Gippert. „Und das nicht nur für Kinder, die gerade lesen lernen, sondern für alle Altersgruppen und auch nicht nur Printmedien, sondern auch digitale Medien.“ Zahlreiche Veranstaltungen finden dazu im Forum statt und der Beweggrund ist tiefgreifender, als man zuerst denkt: „Wer nicht lesen lernt, ist von vielen Dingen ausgeschlossen und er kann sich schlecht eine eigene Meinung bilden. Das macht auch Demokratie schwierig, daher ist das eine wahnsinnig wichtige Aufgabe.“ 20 Prozent der Grundschulkinder, so eine aktuelle Studie, können nicht sinnentnehmend lesen.

10 Fragen an Monika Gippert

Die 57-Jährige leitet seit zwei Jahren die Stadtbücherei Bergisch Gladbach. Monika Gippert ist in Gladbach geboren, lebt hier, hat einen Sohn und eine Tochter. In der Freizeit mag sie es ausdauernd sportlich – sie läuft Langstrecke.

Welche Eigenschaften sagt man Ihnen nach?
Ausdauernd, stur, rheinisch-optimistisch.

Ihr bisher größter Erfolg im Leben?
Mit dem Rad den Alpe d’Huez rauf – und heil wieder runter.

Welches natürliche Talent würden Sie gern besitzen?
Intuitiv rechts und links unterscheiden können.

Können Sie uns eine bewährte Lebensweisheit empfehlen?
Jeder Jeck is‘ anders.

Was können Sie so gar nicht leiden?
Intoleranz und Hetze.

Was bringt Sie zum Lachen?
Die Witze meines Kollegen Dieter (lacht).

Was schätzen Sie an Kollegen?
Im richtigen Moment Schokolade dabei zu haben.

Mit wem würden Sie gerne tauschen?
Pippi Langstrumpf.

Ein gutes Buch und ein guter Film?
„Warum wir laufen“ von Ronald Reng,
„Steve Prefontaine“ von Steve James.

Wann sind Sie offline?
Wenn ich meine Ladekabel verlegt habe.

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