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Enterbt – Und nun?

RECHTSTIPP. Sieben Fragen – sieben Antworten:

Liza Katherine Rothe studierte Rechtswissenschaften
an der Universität zu Köln. Sie ist seit 2005 zur Rechtsanwaltschaft zugelassen und führt seit 2009 den Fachanwaltstitel für Familienrecht. Frau Rothe ist für die Kanzlei Leonhard & Imig in den Rechtsgebieten des Familien- und Erbrechts tätig.

Leonhard & Imig
Rechtsanwälte

Gartenstraße 1 – 51429 Bergisch Gladbach
Tel.: (02204) 97 61 0
www.leonhard-imig.de

1. Wann liegt eine Enterbung vor?
Man spricht von Enterbung, wenn jemand durch Testament oder Erbvertrag von der Erbfolge ausgeschlossen ist. Dies kann durch Benennung dieser Person als enterbt geschehen oder durch Einsetzung einer oder mehrerer anderer Personen als Erben.

2. Wer hat Anspruch auf einen Pflichtteil?
Pflichtteilsberechtigt sind der Ehepartner und die Abkömmlinge eines Verstorbenen sowie gegebenenfalls seine Eltern. Nicht pflichtteilsberechtigt sind weiter entfernte Verwandte, wie zum Beispiel Geschwister.

3. Wie hoch ist der Pflichtteil?
Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, also die Hälfte dessen, was die enterbte Person ohne den Ausschluss von der Erbfolge erhalten hätte. Es handelt sich hierbei um einen reinen Zahlungsanspruch, der sich nach dem Wert des Nachlasses richtet.

4. Wie wird der Nachlasswert ermittelt?
Pflichtteilsberechtigte haben gegen den Erben bzw. die Erbengemeinschaft einen Anspruch auf Auskunft zum Nachlass in Form eines Nachlassverzeichnisses über sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Der Pflichtteilsberechtigte kann auch ein notarielles Nachlassverzeichnis und die Hinzuziehung bei dessen Erstellung verlangen. Sind im Nachlass Vermögenswerte vorhanden, deren Bewertung nicht ohne Weiteres möglich ist, wie zum Beispiel eine Immobilie, besteht auch ein Anspruch auf Einholung eines Sachverständigengutachtens. Die Kosten für beides obliegen dann dem Nachlass und mindern damit auch den Pflichtteil.

5. Was tun, wenn Vermögen vor dem Tod verschenkt wurde?
In diesem Fall kann ein Anspruch auf Ergänzung des Pflichtteils bestehen. Alles, was innerhalb der letzten zehn Jahre verschenkt wurde, wird bei der Berechnung des sogenannten Pflichtteilsergänzungsanspruchs nach dem Abschmelzungsmodell mit einbezogen. Je länger die Schenkung her ist, desto geringer der Prozentsatz, zu dem sie eingerechnet wird. Hat sich der Schenker ein umfängliches Nutzungsrecht vorbehalten oder Schenkungen an den Ehepartner vorgenommen, gilt die Zehnjahresfrist nicht.

6. Wer muss den Pflichtteil bezahlen?
Der Pflichtteilsanspruch richtet sich gegen den Erben/die Erbengemeinschaft. Der Pflichtteilsergänzungsanspruch kann gegebenenfalls auch von dem Beschenkten verlangt werden.

7. Wann verjährt der Pflichtteilsanspruch?
Der Pflichtteilsanspruch entsteht mit dem Erbfall. Er muss allerdings gefordert werden, ansonsten verjährt er binnen drei Jahren ab dem Schluss des Jahres, in dem Kenntnis erlangt wurde. Der Pflichtteilsergänzungsanspruch, der gegen den Beschenkten geltend gemacht wird, verjährt kenntnisunabhängig binnen drei Jahren ab dem Erbfall.

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