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Gesundheit

Es geht um Zeit und persönliche Zuwendung

Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach: Beim Projekt „Demenz aktiv“ kümmert sich eine Alltagsbetreuerin um Patienten in der Psychiatrie – durch eine zweckgebundene Spende in Höhe von rund 12.000 Euro ermöglicht.

VON ROBERT SCHÄFER

Der Förderverein des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach geht mit dem Projekt „Demenz aktiv“ neue Wege. Erstmals wurde die Stelle einer Alltagsbegleiterin geschaffen, die sich im Rahmen einer 1:1 - Betreuung um Demenzpatienten kümmert und damit eine wertvolle Arbeit leistet.

Hinten von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb, Veronika Friedel (Chefärztin Psychiatrie), Cornelia Lübbe-Roggen (Vorsitzende Förderverein), vorne: Ingrid Piaskowski (Alltagsbetreuerin).

Möglich machte dies eine zweckgebundene Spende von Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Dauner-Lieb aus Bergisch Gladbach. Sie ist Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Europäische Privatrechtsentwicklung an der Universität zu Köln und seit 2006 gewähltes Mitglied am Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen. Nach dem Tod ihres Mannes, Prof. Manfred Lieb, im Jahr 2017 wollte sie sich für die gute psychiatrisch-palliative Betreuung, die ihm am EVK zuteil geworden ist, bedanken und bat anlässlich seiner Beerdigung um Spenden statt Blumen. Das Ergebnis: Rund 12.000 Euro, die nun das Projekt auf der Station P-1A ermöglichen.

Die Problematik bei Menschen, die aufgrund ihrer Demenz in einer psychiatrischen Klinik behandelt werden müssen, liegt darin, dass sie Verhaltensweisen zeigen, die die Betroffenen selbst und die Angehörigen stark belasten. „In fast allen Fällen hilft eine intensive menschliche Zuwendung, wobei eine 1:1-Betreuung oder eine Betreuung in einer Kleingruppe oft besonders förderlich ist“, weiß die Psychiatrie-Chefärztin Veronika Friedel.

Im Rahmen der stationären Behandlung geschieht dies durch das Fachpflegepersonal und während der spezifischen Therapien durch Ergo-, Sozial-, Musik- und Körpertherapeutinnen. Jedoch ist in diesen Angeboten der zeitliche Rahmen begrenzt und „es wird häufig eine weitergehende Alltagsbetreuung ohne spezifischen Therapieansatz vermisst“, so Veronika Friedel. Hierbei gehe es im Wesentlichen um Zeit und persönliche Zuwendung. Um ein Angebot zu schaffen, ist die Alltagsbetreuerin Ingrid Piaskowski mit vier Stunden pro Woche in der Psychiatrie tätig. Sie ist eine ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin, verfügt über Weiterbildungen und Erfahrungen in der Demenzbetreuung und ist ehrenamtlich im Vorstand des Demenznetzwerks Overath e.V. aktiv.

Jedes Mal aufs Neue wird entschieden, um welche Patienten sich Ingrid Piaskowski mit welchem Angebot kümmern soll. Mit stark unruhigen Menschen mit Laufdrang macht sie einen Spaziergang. Oder sie lenkt ängstliche Patienten durch ihre Ansprache und ein kleines Spiel ab. „Manchmal genügt es auch, einfach nur die Hand zu halten“, berichtet Veronika Friedel und bilanziert: „Wir haben mit dem Programm sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Über weitere Spenden würde sie sich sehr freuen.

Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Ferrenbergstraße 24
51465 Bergisch Gladbach

Chefärztin Veronika Friedel
Telefon: 02202 122-3100
E-Mail: psychiatrie@evk.de

Verein zur Förderung Evangelischer Wohlfahrts-pflege Bergisch Gladbach e.V.,

Telefon: 02202 1227110

Spendenkonto:
VR Bank eG Bergisch Gladbach-Leverkusen
IBAN: DE61 370 626 003 702 438 011
BIC: GENODED1PAF

www.evk.de/ueber-uns/so-koennen-sie-helfen/foerderverein/

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