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Die KGS Frankenforst – hier gibt es genügend Flächen, die für eine Erweiterung genutzt werden könnten.

Fast alle Schulen zu klein – In GL muss gebaut werden

Stadtgespräch. Erstmals wurde in Bergisch Gladbach ein Integrierter Schulentwicklungs- und
Jugendhilfeplan für den Primarbereich (die ersten vier Schuljahre in der Grundschule oder bereits in der Förder-
schule) aufgelegt. Er beinhaltet Bestand und Bedarf bis 2025. Er soll als Grundlage für die weiteren Beratungen
zur Entwicklung der Offenen Ganztagsgrundschulen dienen.

VON HANS-WERNER KLINKHAMMELS

Bei der Erstellung wurde bemerkt, dass in einigen Stadtteilen deutlich mehr Kinder beschult werden mussten als geplant. Wie sich diese Situation in Zukunft entwickelt, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, sie ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.

GL KOMPAKT sprach mit Mirko Komenda, Geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes der GEW Rhein-Berg (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft).

Welche kurzfristigen (Not-)Lösungen konnten bereits in der Vergangenheit gefunden werden, um genügend Schulplätze und Betreuungsplätze im Offenen Ganztag anbieten zu können?

Die erste Lösung war meistens die Mehrfachnutzung von Klassenräumen. Da diese aber meist nicht dafür ausgelegt waren, kam es auch immer wieder zu Konflikten und deutlich Mehrbelastungen auf beiden Seiten zwischen Schule und OGS-Betrieb. Gleichzeitig wurde aber auch die Zusammenarbeit gestärkt und als Gewinn gesehen. Dies kann man besonders gut am Konzept des Neubaus der GGS Bensberg sehen, wo Arbeits- und Aufenthaltsräume für beide zusammen geplant wurden.

Die zweite Maßnahme war die Errichtung von Containern und in Einzelfällen die Anmietung von angrenzenden Räumlichkeiten. In einigen wenigen Schulen konnten Räume durch die Einrichtung von zwei Fluchtwegen erschlossen werden.

An nahezu keiner Grundschule in Bergisch Gladbach kann künftig zugleich die Schulpflicht und der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erfüllt werden. War das nicht schon länger absehbar und warum wird erst jetzt über Mehrbedarf an Schul- und Betreuungsplätzen nachgedacht?

Die Antwort ist vielschichtig. Mit dem vorgelegten Integrierten Schul- und Jugendhilfeplan für Grundschulen wird das erste Mal in Bergisch Gladbach Grundschule und OGS gemeinsam gedacht und geplant.

Mirko Komenda, Geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes der GEW Rhein-Berg & Lehrer an der
GGS Overath.


Auch in den früheren Schulentwicklungsplänen oder auf die Raumnot und Bedarfe wurde hingewiesen, aber damals wurden keine Finanzen bereitgestellt und auch keine Planungen begonnen. Dieses ist nun mit dem ISEP (Integriertes Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplan) anders. Dies sieht man allein schon an der Beratungsreihenfolge BKSS (Ausschuss für Bildung, Kultur, Schule und Sport), Jugendhilfeausschuss, AUKIV (Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr) und Rat.

Ein derartiges Ausbauprogramm für Schulen kostet viel Geld. Wo soll das herkommen? Gibt es Landestöpfe? Denkt man an private Investoren?
Es gibt tatsächlich verschiedene Landes- und Bundestöpfe, zum Beispiel „gute Schule 2020“, der Digitalpackt und es werden sicherlich noch andere Fördermaßnahmen kommen. Außerdem gibt es den Plan des Kämmerers Frank Stein, ein 150 Millionen Euro-Programm für die Schulsanierungen und Neubauten aufzulegen, wenn Bergisch Gladbach aus der Haushaltssicherung raus ist und man investieren und entsprechend abschreiben kann. An private Investoren wurde meines Wissens bisher nicht gedacht, wäre aber auch unüblich.

Reicht es aus, wenn nach der Prioritätenliste die ersten Bauten in drei Jahren fertig sind und können bis dahin genügend Ausweichmöglichkeiten gefunden werden?
Nein, es müssen weitere Notlösungen gefunden werden!

Besonders dringlich erscheinen der Verwaltung die Standorte Gronau, Bensberg, Refrath, Heidkamp und Hand. Welche Ideen gibt es, hier schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen?
Diese sind vielfältig. So gibt es beispielsweise rund um die KGS Frankenforst große Flächen, die neu bebaut werden könnten. Andererseits könnte bei der GGS Sand bei Erstellung eines zweiten Fluchtweges das Dachgeschoss genutzt werden oder aufgestockt werden. Alle Schulen und Träger sind kreativ und bereit, zusammenzuarbeiten, um sich dem Dilemma entgegenzustemmen. In den drei Dialogforen, die durch die Verwaltung vorbereitet waren, kristallisierte sich auch heraus, dass auch die Eltern bereit sind, gemeinsam mit Verwaltung und Politik an einem Strang zu ziehen.

Die GEW Rhein-Berg begrüßt ausdrücklich den vom Schulausschuss beschlossenen integrierten Schul- und Jugendhilfeplan. Endlich wird zusammen gedacht und geplant, was zusammengehört: Schule und OGS. Positiv bewerten wir auch die Beratungsreihenfolge, die zeigt, dass es der Stadt ernst ist. Der Schulträger trägt hier seiner Verantwortung Rechnung, für gute Bildung durch modere Gebäude und Räumlichkeiten zu sorgen!

"Die Politik wird nun dafür Sorge tragen, dass die Erwartungen, die die Prioritätenliste weckt, zeitnah umgesetzt werden. Wir werden Ressourcen zur Verfügung stellen müssen, damit die Verwaltung schnellstmöglich mit der Sanierung der Schulen beginnen kann", so Christian Buchen, Jugendpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

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