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Finanzen + Handwerk

Heizkostenvergleich auf einen Blick?

Energieausweise sollen die jährlichen Energiekosten einer Immobilie vergleichbar machen. Vor dem Vergleich sollte man sich die Details des Ausweises genau anschauen.

VON THOMAS HEINEMANN

Angesichts stetig steigender Energiekosten spielen Wohnnebenkosten bei Kauf oder Anmietung einer Immobilie eine wachsende Rolle. Mit der Energieeinsparverordnung EnEV 2007 wurde eine vergleichbare Bewertung für den Energieverbrauch von Wohnimmobilien eingeführt – der heutige Energieausweis. Bekanntlich steckt der Teufel im Detail. Beim Energieausweis ist es gleich eine Fülle an Details, die den Vergleich erschweren. Die wichtigsten haben wir für Sie ausgewählt:

Detail 1: Verbrauch oder Bedarf?
Ein Energieausweis kann anhand des Energieverbrauchs oder des Energiebedarfs einer Immobilie erstellt werden. Die Art der Berechnung muss auf dem Ausweis vermerkt werden. Beide Berechnungen legen nicht allein die Wohnfläche einer Immobilie, sondern die sogenannte Gebäudenutzfläche als rechnerischen Wert zugrunde, der anhand der Wohnfläche oder dem beheizten Gebäudevolumen berechnet werden kann. Dabei wird berechnet, wie viel Energie in Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr aufgewendet werden muss.

Detail 2: Wie genau wurde gerechnet?
Bedarfsausweise werden nach einem standardisierten Verfahren berechnet, in dem Gebäude- und Heizungstypen, Klimadaten, Bauweisen und andere Faktoren berücksichtigt werden. Sofern gründlich gearbeitet wurde, werden gut vergleichbare Kennzahlen ermittelt. Die Erstellung eines Verbrauchsausweises ist anhand der Gas- oder Ölrechnungen deutlich einfacher, aber auch stark abhängig vom Heiz- und Lüftungsverhalten des bisherigen Bewohners einer Immobilie. Leerstände müssen aus dem Ausweis ebenso herausgerechnet werden wie milde oder extreme Winter, die mit standardisierten Klimadaten ausgeglichen werden. Wie die Verbraucherzentrale ermittelt hat, können Bedarf- und Verbrauchsausweis für eine Immobilie bis zu 25 Prozent abweichen.

Detail 3: Der Zeitpunkt der Erstellung
Art und Bewertung der Verbrauchsangaben einer Immobilie beziehen sich immer auf die zum Zeitpunkt der Ausstellung geltenden Vorgaben der EnEV. Seit 2014 werden Ausweise mit Registriernummern versehen, die eine Kontrolle durch Behörden erleichtern. Die Verbrauchsskala von A+ bis H ist nur auf neueren Ausweisen zu finden. Wurde vor Mai 2014 ein Wärmebedarfsausweis oder Energiepass ausgestellt, so ist dieser bis maximal zehn Jahre nach Erstellung gültig.

Detail 4: Äpfel nicht mit Birnen vergleichen
Dass sich die Energiebedarfe eines freistehenden Altbaus mit vielen Außenwänden und eines neugebauten Reihenmittelhauses unterscheiden, liegt auf der Hand. Tatsächlich hängt der reale Energieverbrauch nicht nur vom energetischen Zustand der Immobilie, sondern auch dem Nutzungsverhalten, der Witterung sowie dem Standort ab. Liegt ein Gebäude etwa im Winter durchgängig im Schatten eines Hochhauses oder eines Berges, hat wärmendes Sonnenlicht keine Chance. Bei der Berechnung wird ein Standort mit durchschnittlichen Klimaverhältnissen in Deutschland angenommen, der nicht den lokalen Gegebenheiten entsprechen muss. Zudem wird bei Bedarfsausweisen zum Vergleich eine Raumtemperatur von 19 Grad Celsius angenommen – nicht jedem Nutzer dürfte das ausreichen.

So gut die Idee des vergleichbaren Energieausweises ist, so groß ist die regelmäßige Kritik der Verbraucherschützer und Eigentümerverbände, was die Genauigkeit und Vergleichbarkeit der Daten angeht. Wem beim Kauf oder der Anmietung einer Immobilie ein Ausweis vorgelegt wird, sollte sich für den Vergleich Zeit nehmen. Weitere Informationen zum Energieausweis geben die Verbraucherzentralen vor Ort, im Internet und in Informationsbroschüren.

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