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GL KOMPAKT September 2016

38 GL KOMPAKT September 2016 Vinzenz Pallotti Hospital. „Neben der medizinischen Kompetenz kommt es in der Kindertraumatologie gerade auf Einfühlungsvermögen, Sensibilität und Kommunikationsfähigkeit an“, sagt Dr. Gereon Schiffer, Chefarzt der Unfallchirurgie. Kinder bei uns in den besten Händen sein.“ Dabei ist die Vorgehensweise der Medizi- ner überaus behutsam: „Wir nehmen sehr genau die Bedürfnisse der Kinder und ih- rer Eltern wahr, die wir in jeden Behand- lungsschritt miteinbeziehen und deren Ver- bindung untereinander wir so gut es geht jederzeit unterstützen. Diese Achtsamkeit erweist sich letztlich auch als therapie- förderlich“, so Löhr. Konkret bedeutet das für ihn, ein ausführliches Elterngespräch zu führen, die Eltern mit ihrem Kind bis in den OP zu begleiten, dem kleinen Patienten erst dort ein erstes Mittel zur Schlafinduktion zu verabreichen und die Narkose dann später zu vertiefen. Außer- dem hält das VPH für die stationäre Nach- betreuung eigens ein Familienzimmer be- reit. „Denn meistens ist gerade eine Mutter, die ihr Kind am besten kennt, für uns der beste Überwachungsmonitor“, betont Löhr. „Nicht immer ist es sinnvoll, alle Kinder umgehend an die für sie zuständigen Kin- derkrankenhäuser weiterzuvermitteln, wo viele Abläufe standardisiert sind und daher einer gewissen Routine unterliegen“, findet Unfallchirurg Schiffer. „Für uns ist ein Kind stets ein ganz besonderer Patient, dem da- her auch unsere ganze Aufmerksamkeit gilt. Das heißt, wir nehmen uns alle Zeit zu prüfen, ob eine OP bei jedem Knochen- bruch auch unbedingt notwendig ist oder sich der noch im Wachstum befindliche Organismus beim Heilungsprozess unter Umständen nicht auch selbst helfen und das Trauma eines Eingriffs daher vermieden werden kann.“ VON BEATRICE TOMASETTI G emeinsam mit den Kollegen der Anästhesie hat Schiffer für die Notfallversorgung von Patienten ab dem zweiten Lebensjahr ein spezielles Konzept entwickelt, das – jeden Donners- tag – auch eine kindertraumatologische Sprechstunde beinhaltet. Kinder sind kei- ne kleinen Erwachsenen – erst recht nicht aus medizinischer Sicht. Beste- hende Therapiekonzepte können daher nicht einfach nur im Maßstab verändert und ansonsten eins zu eins auf sie über- tragen, sondern müssen individuell auf das jeweilige Alter des kleinen Patienten abgestimmt werden. Das betrifft die me- dikamentöse Dosierung – gerade auch bei einer Narkose – ebenso wie auch das chi- rurgische Instrumentarium bei einem ope- rativen Eingriff oder die Größe von Nägeln und Schienen. „Natürlich gibt es kindermedizinische Zen- tren,die das ganze Spektrum kindlicherVer- letzungen und Krankheiten behandeln. Die Traumatologie nimmt hier jedoch nicht im- mer den höchsten Stellenwert ein“, erklärt Schiffer. „Gerade bei Unfällen – in der Schu- le, auf Indoor-Spielplätzen oder auch nur zu Hause bei einem Sturz von dem so beliebten Hochbett – sind wir oft das nächstliegende Krankenhaus. Und dann ist uns wichtig, alle Möglichkeiten sowie die entsprechende Ex- pertise für eine qualifizierte Versorgung vor- weisen zu können. Schließlich beschäftigen wir uns den ganzen Tag mit Brüchen, Ver- renkungen und anderen Unfallfolgen.“ Hin- „Kinder sind für uns ganz besondere Patienten“ zu komme, dass gerade bei Kindern wegen ihrer Knochenstruktur und des Korrektur- potenzials viele Frakturen konservativ, also ohne eine OP behandelt werden könnten und grundsätzlich auch viel seltener chroni- sche Krankheitsverläufe aufträten. Aus seiner Zeit an der Kölner Uniklinik bringt der Unfallchirurg viel Erfahrung auf diesem Gebiet mit – ebenso wie sein Chefarztkollege Dr. Thorsten Löhr, der in der Vergangenheit bei regelmäßigen Aus- tauschprogrammen mit anderen Kliniken, speziell bei komplexen HNO-OPs, erlebt hat, dass Kinderanästhesie viel Finger- spitzengefühl erfordert. Daher verfügt der Leiter der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin in seinem Team auch über Experten, die die spe- ziellen kindgerechten Narkoseverfah- ren beherrschen, wie Oberarzt Dr. Cornel Schink, der sogar schon Neu- und Früh- geborene intubiert hat. “Jeder Anästhesist sollte auf einen kindertraumatologischen Notfall vorbereitet sein und sich mit den Be- sonderheiten auskennen“, sagt Löhr. „Denn im Ernstfall könnten wir jederzeit erste Anlaufadresse sein. Und dann sollen auch Dr. Thorsten Löhr und Dr. Gereon Schiffer

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