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Aktuell

Kurzarbeitergeld

STEUERTIPP. Plötzliche Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung.

Bedingt durch die Corona-Pandemie waren im Jahr 2020 viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen. Diese Tatsache kann für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu einer Pflichtveranlagung für die Einkommensteuer 2020 führen.

Kurzarbeitergeld zählt neben weiteren Leistungen wie beispielsweise Elterngeld, Mutterschutzgeld, Arbeitslosengeld oder auch Krankengeld zu den Lohnersatzleistungen.

Alle Lohnersatzleistungen sind zwar grundsätzlich steuerfrei, doch sie unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Dies bedeutet, dass diese nach Ablauf des Kalenderjahres im
Einkommensteuerveranlagungsverfahren bei der Ermittlung des individuellen Steuersatzes berücksichtigt werden. Nach § 25 Abs. 3 EStG hat jede steuerpflichtige Person für den abgelaufenen Veranlagungszeitraum eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besteht diese Verpflichtung nur, wenn eine der Voraussetzungen des § 46 Abs. 2 EStG erfüllt ist. Folglich besteht die Verpflichtung, eine Steuererklärung abzugeben, sofern das Kurzarbeitergeld – auch unter Berücksichtigung weiterer Nebeneinkünfte – mehr als 410 Euro im Jahr beträgt.

Das Kurzarbeitergeld wird über das Gehalt zwar nach § 3 Nr. 2a EStG steuerfrei ausgezahlt und unterliegt auch nicht den Abzügen der Sozialversicherungen. Allerdings ist es im Rahmen des Progressionsvorbehalts nach § 32b Abs. 1 S. 1 Nr. 1a EStG zu berücksichtigen.

Doch was bedeutet dies im Detail?
Wurde Kurzarbeitergeld bezogen, so ist nach § 32 b Abs. 1 Nr. 1a EStG auf das nach § 32a Absatz 1 EStG zu versteuernde Einkommen ein besonderer Steuersatz anzuwenden. Dieser Steuersatz ermittelt sich aus dem Einkommensteuer-Tarif, der auf die Summe aus laufenden Einkünften und den Lohnersatzleistungen anzuwenden wäre. Mit diesem höheren Steuersatz werden anschließend die laufenden Einkünfte (ohne das steuerfreie Kurzarbeitergeld) besteuert.

Beispiel:
Eine Person hat im Jahr 2020 ein zu versteuerndes Einkommen – ohne Kurzarbeitergeld –
i. H. v. 35.000 Euro erzielt. Zudem wurde Kurzarbeitergeld i. H. v. 5.000 Euro bezogen. Dies führt dazu, dass im Ergebnis lediglich die 35.000 Euro zu versteuern sind. Allerdings wird auf dieses zu versteuernde Einkommen der Steuersatz angewendet, welcher bei einem zu versteuernden Einkommen i. H. v. 40.000 Euro anzuwenden wäre.

Hinweis
Das Kurzarbeitergeld wird neben möglichen anderen Lohnersatzleistungen in der Lohnsteuerbescheinigung durch den Arbeitgeber ausgewiesen.

Dennis Bickenbach B. A.
Steuerberater

Servos Winter & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft
Odenthaler Straße 213 – 215
51467 Bergisch Gladbach
Tel.: 02202 933030
www.servos-winter.de

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