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Lastenrad statt Auto

STADTGESPRÄCH. Klimaschutz ist in Bergisch Gladbach längst nicht mehr nur ein Schlagwort. Viele Unternehmen und auch die städtische Verwaltung stehen dafür ein. Auch im Rahmen der Europäischen Mobilitätswochen ging es um nachhaltige Mobilität. Zuvor schon hatte die Stadt zwei E-Lastenräder angeschafft. GL KOMPAKT sprach mit Mobilitätsmanagerin Natascha Schemmann über den Sinn und Zweck solcher Fortbewegungsmittel.

VON HANS-WERNER KLINKHAMMELS

Die zwei Räder wurden nicht für spezielle Unternehmungen angeschafft, sondern für sämtliche Unternehmungen, die sich mit einem Lastenrad erledigen lassen. Aktuell stehen beide Lastenräder am Gustav-Lübbe-Haus. Hier werden sie vor allem von der Abteilung Stadtgrün, etwa für die Baumkontrolle benutzt. Sie wurden samt Zubehör über das Förderprojekt „Kommunales Mobilitätsmanagement“ des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg, für das Bergisch Gladbach Modellstadt war, finanziert.

Nun sind sie seit einiger Zeit im Einsatz und müssen sich bewähren. „Prinzipiell steht die Stadtverwaltung einer Erweiterung der Lastenradflotte offen gegenüber“, sagt Schemmann und erklärt das städtische Nutzungsprinzip: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach können für sich eines der Lastenräder buchen und nutzen. Die Räder sind keiner Abteilung zugeordnet“.

Die städtischen Lastenräder sind aber nicht die einzigen derartigen Transport-Fahrzeuge, die durch Bergisch Gladbach fahren. Lutz Voß, Werkstattleiter beim Betrieb „Radwerk“, zählt auf: „Zurzeit gibt es eins bei der Rhein-Berg-Galerie zur Belieferung der Kunden, man kann sich eines bei der Radstation am Bahnhof leihen, die Senioren Residenz der AWO an der Saaler Mühle hat eine Rikscha für Ausfahrten angeschafft und Die Grünen haben auch eins, mit dem sie sehr viel unterwegs sind.“ Voß ist auch Mitglied der Klimafreunde Rhein-Berg. Kordula Kranenpohl ist dort in der AG Verkehrswende: „Wir Klimafreunde unterstützen eine nachhaltige kommunale Verkehrspolitik, die auf einen Mobilitätsmix setzt, der Schadstoff und Lärm-Emissionen deutlich vermindert.“ So soll die Aufenthalts- und Lebensqualität in der Stadt erhöht werden. „Bausteine einer nachhaltigen Verkehrswende sind beispielsweise auch Elektro-Lastenräder“, sagt Kranenpohl. Es gibt Potenziale im kommunalen Fuhrpark, die sich für den Einsatz von emissionsfreien Elektro-Lastenrädern und Lastenrädern mit elektrischer Antriebsunterstützung anbieten.“ Beispiele seien die Grünflächenpflege, Abfall- und Stadtreinigung und Facility Management.

Die vielen Vorzüge des klimafreundlichen Transportmittels bestätigt auch Schemmann: „So ist es ein Fahrzeug mit null Abgasen. Außerdem fördert es die Gesundheit.“ Schemmann sieht das Bike auch im innerstädtischen Verkehr klar im Vorteil gegenüber dem Auto: „Bei einer Entfernung von bis zu fünf Kilometer hängt es alle anderen Verkehrsmittel ab. Man muss an keiner Haltestelle warten und fährt meist direkt bis vor die Tür“, sagt sie. Dann muss sie weg. Akten vom städtischen Lübbe-Haus in Heidkamp zum Rathaus fahren. Sie nimmt das Lastenrad.

Förderung von Lastenrädern

Gewerbetreibende, Unternehmen und Organisationen, die E-Lastenräder anschaffen wollen, werden durch den Rheinisch-Bergischen Kreis mit einem Zuschuss zu den Beschaffungskosten gefördert. Damit stockt der Kreis die Förderung durch das Land NRW mit bis zu 2.000 Euro pro Fahrzeug auf.

Anträge können bei der Kreisverwaltung gestellt werden. Das Förderprogramm ist ein Kooperationsprojekt der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW) und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Testweise können Lastenbikes bei der Radstation ausgeliehen werden. Infos dazu unter: www.radstation-gl.de/fahrrad-verleih

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