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Leben + Geniessen

Abgeschöpft – aus dem Stadtleben

Mach et jot, Lutz!

Lutz Urbach geht, der Papiermacher sagt „Tschüss!“

Jetzt ist es soweit. Unser Bürgermeister geht. Nicht morgen und nicht übermorgen, aber im Oktober 2020 ist er weg. Lutz Urbach will nicht mehr. Als ständiger Beobachter des Rathauses (die Papiermacher-Skulptur blickt direkt auf Urbachs Büro) sag ich jetzt schon mal: Mach et jot, Lutz! Irgendwie bist du ja in den fast zehn Jahren deiner Amtszeit doch einer von uns geworden. Fast. Fleißig wie wir alten Papiermacher bist du gewesen und bist es hoffentlich auch noch für ein Jahr. Oft habe ich dein Schreibtischlämpchen noch um Mitternacht in deinem Büro brennen sehen. Und genauso wie wir, warst du regelmäßig fröhlich im Karneval unterwegs. Na, ja, als gebürtiger Kölner keine Kunst, aber auch dem manchmal eigenartig bergisch geprägten Humor bist du rheinländisch aufgeschlossen und offen begegnet.

In einem Interview sagtest du jetzt, die Stadt sei dir nicht selbstbewusst genug. In dieser Frage hast du uns nicht kapiert. Wir lieben unsere Stadt. Aber ganz anders als der Kölner, der Hamburger oder gar der Münchener. Die Metropol-Bürger lieben ihre Städte mehr, als ihnen gut tut. Nur das Beste ist dort gut genug und das geht oft genug gehörig in die Hose. Da weise nur mal kurz auf den Berliner Flughafen oder die Kölner Oper hin. Und ist Kölle wirklich so schön, wie es die Kölner immer behaupten? Nein, für so etwas sind wir einfach zu ehrlich. Wir lieben unser „Schäbbisch Gläbbisch“, lieben unsere Bodenständigkeit und unser (gar nicht mehr so) kleines Städtchen – gerade weil es nicht der Nabel der Welt ist und weil hier nicht alles direkt zur weltbewegenden Attraktion werden muss. Und umso mehr gefallen uns unsere spärlich gesetzten Schönheiten, ob jetzt das Bensberger Schloss, der Bergische Löwe (hüstel) oder unsere allerliebste Heidi. All das lieben wir, aber aus einer realistischen Distanz. Abzuheben ist einfach nicht unser Ding.

Ja, wir lieben sogar unsere Schlaglöcher, unsere kleinen Mini-Staus in der Innenstadt und die ständig verspätete S-Bahn. Worüber sollten wir denn sonst schimpfen können? Es ist unser Ventil. Hier können wir uns auslassen über die Dinge, über die man nebenan in der Großstadt nur lächeln würde. Wo verspätete KVB-Bahnen genauso auf der Tagesordnung sind wie völlig überfüllte Straßen. Und wenn wir jetzt in der Stadtmitte auch ein funktionierendes Stadtzentrum haben, so lass uns bitte die uneinheitlichen Öffnungszeiten. Wir brauchen das, um Luft abzulassen. Wir haben doch sonst nichts, worüber wir uns hier aufregen könnten. Denn eigentlich ist „Gläbbisch“ nicht nur „schäbbisch“, sondern vor allem einfach sehr relaxt.

Ihr Papiermacher

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