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Marschmusik und Mannequins

Historisch. Die 100-Jahr-Feier der Stadt Bergisch Gladbach fällt mitten in die 50er-Jahre. So bewegt sich auch das mehrtägige Fest zwischen Tradition und Moderne, mit Marschmusik, Modenschau und Mannequins.

VON KLAUS PEHLE

Eine ganze Woche steht Bergisch Gladbach im Juli 1956 im Zeichen des Stadtjubiläums. Der Platz vor dem Rathaus ist mit zahlreichen Fahnen geschmückt, es gibt ein großes Festzelt, viel Musik von örtlichen Tambourcorps und ein buntes Programm.

100 Jahre zuvor, genau am 7. Juli 1856, schickt der Gladbacher Gemeinderat den Antrag zur Erlangung der Stadtrechte an die preußischen Behörden. Die reagieren allerdings ablehnend. „Weder in historischer Hinsicht (…) noch in ihrer äußeren Erscheinung, macht die Gemeinde (…), die aus 158 Ortschaften besteht, von denen keine einmal den Namen Gladbach führt, den Eindruck einer Stadt“, heißt es damals in der Absage. König Friedrich Wilhelm IV. aber entscheidet anders. Historiker vermuten, dass der besonders schnell gestellte Antrag, der erst durch die im Mai 1856 erlassene neue Städteordnung möglich geworden war, den Ausschlag gibt. Am 9. August 1856, also genau vor 165 Jahren, erhält Gladbach seine Stadtrechte.

Die 100-Jahr-Feier fällt dann genau in die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders. 1955 ist bis heute das stärkste Jahr der deutschen Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt steigt um 10,5, die Reallöhne um 10, die Zahl der zugelassenen KFZs um 19 Prozent. Auch in Gladbach wird ordentlich produziert, der Ort ist aber noch weit entfernt von einem großstädtischen Flair. Knapp 37.000 Einwohner hat Bergisch Gladbach am 25. September 1956. Städtebaulich hat die Stadt abgesehen vom Stadtzentrum eher einen dörflichen Charakter.

Das Stadtjubiläum gibt 1956 ein gutes Beispiel für diese heterogene Gesellschaftswelt. Vor dem illuminierten Rathaus spielt man traditionelle Marschmusik unter Fahnen und im Fackelschein. Im Festzelt dagegen zeigen Mannequins (so nannte man damals Models) die neueste Mode und auf einer Verkaufsmesse in der City wird der letzte Schrei der Kosmetikbranche am lebenden Objekt vorgeführt: ein Trockenrasierer ohne Strom. 

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