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Mit Elektrizität durch die Stadt

KOMMUNALPOLITIK. Die Stadt rüstet sich für die Zukunft. Teil dessen ist die Bereitstellung
einer Elektroladeinfrastruktur. Bergisch Gladbach will mindestens 78 Ladepunkte anbieten.

VON HANS-WERNER KLINKHAMMELS

Zwar fahren zurzeit noch recht übersichtlich wenige Elektroautos durch die Straßen der Stadt, doch ist damit zu rechnen, dass sich dies aufgrund von steigendem Umweltbewusstsein und Bundesförderungen in nächster Zeit ändern wird. Auch Bergisch Gladbach will die Elektromobilität fördern.

Private Betreiber – Firmen wie Privatleute – sollen beim Aufbau und Betrieb von Ladesäulen im öffentlichen Raum unterstützt werden. Dafür stellt die Stadt Flächen zur Verfügung, für die sie keine Sondernutzungsgebühren erhebt. Dreizehn Standorte mit 34 Ladedosen werden im Stadtgebiet bereits betrieben. Die Stadt möchte aber mindestens 78 Standorte belegen, für die sich Betreiber bewerben können. So soll ein flächendeckendes Angebot gewährleistet und gleichzeitig eine Kumulierung auf wenige Hotspots verhindert werden.

Christian Buchen, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr: „In Bergisch Gladbach fördern wir den Ausbau der Elektroladeinfrastruktur und freuen uns über Partner wie die Belkaw oder On Charge, die bei uns ein über die Stadt verteiltes Ladesäulennetz aufbauen. Wir haben 15 Anfragen für Standorte: ein Privatinteressent aus Refrath, vier von der Firma on Charge, die in städtischen Wohngebieten Ladesäulen errichten will und zehn von der Firma TankE, einem Konsortium aus Firmen aus ganz Deutschland, in dem auch die Muttergesellschaft der Belkaw, die Rhein-Energie vertreten ist. Im Augenblick befinden wir uns in der Feinabstimmung der Standorte, sodass auf der nächsten Sitzung nach den Sommerferien am 18. August konkrete Standorte festgelegt werden können.“ On Charge hat Standorte in Hebborn, Paffrath, Refrath und Alt-Refrath beantragt. TankE bewirbt sich um vier Standorte in der Stadtmitte, drei in Refrath, zwei in Bensberg und einen in Paffrath.

Hier wird das unterschiedliche System deutlich. On Charge möchte in Wohngebieten jene Menschen versorgen, die auf öffentliche Parkplätze angewiesen sind, TankE hingegen, so Belkaw-Geschäftsführer Manfred Habrunner, sucht öffentliche Plätze, die gut verkehrsangebunden und in städtischem Eigentum sind sowie eine gute Stromnetzanbindung aufweisen können. „Über die vergangenen Jahre haben wir bereits zehn Ladepunkte für die momentan noch kostenfreie Nutzung aufgestellt. Je nach Ortslage kostet die Installation einer Ladesäule mit zwei Anschlüssen zwischen 10.000 und 30.000 Euro. Wie die Nutzer den Strom später bezahlen, wird von uns zurzeit noch geprüft.“

Die Stadt möchte, dass man an allen Ladepunkten gleichermaßen tanken kann – wie eben an jeder „normalen“ Tankstelle. Das sollte aber kein Problem sein. „Die Kabel sind normiert“, so Habrunner.

Ob die E-Mobilität jedoch der Weisheit letzter Schluss ist, sei fraglich. „Die Elektromobilität zu fördern ist richtig, auch wenn die Zukunft in meinen Augen dem Energieträger Wasserstoff gehört. Der geplante moderne Mobilhof in Moitzfeld inklusive einer Wasserstofftankstelle für Busse ist ein richtiger Schritt. Dann könnten in Zukunft auch die städtischen Müllfahrzeuge mit Wasserstoff umweltschonend fahren“, denkt Buchen möglicherweise schon einen Schritt weiter.

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