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Gesundheit

Mit Schmetterball gegen Parkinson

GESUNDHEIT. In Deutschland leiden rund 400.000 Menschen an Parkinson, einer tückischen, chronischen Nervenerkrankung, die Muskulatur und Psyche angreift. Im Rheinisch-Bergischen Kreis leben rund 2.000 Betroffene. Für die gibt es nun einen Treffpunkt, wo sie die Krankheit mit Schmetterball von sich schlagen können.

VON ALEXANDRA BURGER

Ping Pong Parkinson – dahinter verbirgt sich eine Kooperation, die seit Mai zwischen dem gleichnamigen Verein und dem TTC Bärbroich 1958 e. V. besteht. Im Gemeindehaus in Herkenrath, wo der TTC ansässig ist, können Parkinsonkranke Tischtennis erlernen und ausüben, denn die Symptome der Krankheit können durch die Sportart gelindert werden.

Seit Kurzem spielt Michael Schluch Tischtennis, das letzte Mal hatte er vor 45 Jahren einen Schläger in der Hand. Er ist Parkinson-Betroffener und gleichzeitig Initiator für die Kooperation mit dem TTC Bärbroich, der mit 200 Mitgliedern zu den größten Tischtennisvereinen in NRW zählt. Ping Pong Parkinson hat deutschlandweit bisher 225 Mitglieder, der neue Standort für Bergisch Gladbach ist auf der „Schäl Sick“ der einzige zwischen Koblenz und Dortmund. Nun warten Schluch und seine neugewonnenen Mannschaftskollegen auf ein paar Mitstreiter im Verein, die sein Schicksal teilen, denn bisher hat sich das Angebot noch nicht groß herumgesprochen.

Für Schluch, bei dem vor fünf Jahren Parkinson festgestellt wurde, ist der Sport, der Reaktionsvermögen, Motorik und Beweglichkeit fördert, genau das Richtige, um seiner Krankheit den Kampf anzusagen. Die ausladenden Bewegungen, die beim Tischtennis gemacht werden, wirken sich positiv auf die Muskulatur aus, die bei Parkinson verhärten. Die Kontakte, die im Verein entstehen, sind Balsam für die Psyche, denn auch die leidet durch die Krankheit mit. Ein weiterer positiver Effekt: „Die Medikamente, die ich einnehmen muss, sind sehr stark. Durch regelmäßige sportliche Aktivität, kann die Dosis heruntergefahren werden“. Auch, wenn er schneller erschöpft ist, als seine Gegner, ist er eifrig bei der Sache und übt fleißig Rückhand und Vorhand. Denn trainiert wird stets gemeinsam.

Für den Vorsitzenden Bernhard Ley und Geschäftsführer und Trainer der Hobbygruppe, Michael Dahl, war es gar keine Frage, die Kooperation einzugehen. „Sinn und Ziel unserer Gruppe ist es, einen leichten Einstieg und Anleitung zu geben, alles ganz ohne Druck. Das Schöne ist: Tischtennis kann in jedem Alter erlernt werden“, erklärt Trainer Dahl, dessen Frau Claudia ebenfalls die Hobby-Gruppe coacht. „Wir sind eine offene Gruppe, jeder kann mitmachen, egal ob mit Beeinträchtigung oder ohne“, fügt Ley hinzu und freut sich auf neue Mitglieder.

Mehr Informationen: Flyer für Interessierte liegen in Apotheken oder bei Neurologen aus. Training findet immer montags von 18-20 Uhr statt.
www.pingpongparkinson.de

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