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39 neue Mobilstationen sollen den Nahverkehr der Region komfortabler und mit verknüpften Verkehrsangeboten attraktiver machen

Nahverkehr setzt auf vernetzte Zukunft

DAS GESPRÄCH. Ein Blick in die beiden großen Pendlerstatistiken für NRW zeigt es: Das Rheinland ist täglich in Bewegung – zumindest dann, wenn es nicht im Stau steht. Im Nahverkehr und dessen besserer Verknüpfung mit alternativen Verkehrsträgern sehen Mobilitätsexperten großes Potenzial. Ein Potenzial, das sogenannte Mobilstationen schöpfen sollen. Für 450 der 9.600 Haltestellen im Gebiet der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) wurde der Bau von Mobilstationen vorgeschlagen, davon 39 im Rheinisch-Bergischen Kreis und Leverkusen. Im Januar haben Vertreter der Politik und des NVR den Startschuss zum Aufbau eines Mobilstations-Netzes gegeben, erklärt Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) und des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg GmbH (VRS).

Was kann eine Mobilstation, was eine Haltestelle nicht kann?
Eine Mobilstation ist die Verbindungsstelle zwischen den einzelnen Mobilitätsformen. Optimal ist es, wenn viele verschiedene Mobilitätsformen angeboten werden können, so beispielsweise Bike- und Carsharingangebote. Die Mobilstation soll in Zukunft aber auch Anlaufstelle für Systeme sein, die derzeit erforscht und erprobt werden. Hier sind das autonome Fahren und On-Demand-Verkehre zu nennen.

Können Mobilstationen das Mobilitätsverhalten der Menschen im Rheinland verändern?
Die Kapazitäten auf der Straße und der Schiene stoßen an ihre Grenzen. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir den Verkehr in Zukunft anders gestalten können. In Bergisch Gladbach und Leverkusen gibt es bereits wegweisende Aktivitäten in diese Richtung. Der Aufbau von Mobilstationen sowie die Entwicklung neuer Mobilitätsformen sind wichtige Puzzlestücke zur Lösung der Verkehrsprobleme der Zukunft. Und dies nicht nur für Berufspendler, sondern auch für die verkehrliche Grundversorgung in den Städten und im ländlichen Raum.

Das Konzept, der Wille und der Beschluss sind da. Wie geht es nun weiter?
Gemeinsam mit den Kreisen, Städten und Gemeinden wollen wir – der Nahverkehr Rheinland NVR und das Zukunftsnetz Mobilität NRW – das Netz von Mobilstationen nun, angepasst an die örtlichen Gegebenheiten, verbundweit umsetzen. Dafür stellen wir Personal zur Verfügung, das bei der Planung beratend zur Seite steht. Wichtige Partner in den Kommunen sind die vom Zukunftsnetz ausgebildeten Mobilitätsmanager. Diese sind für die zentrale Gesamtkoordination zuständig und vermitteln zwischen den verschiedenen Fachbereichen.

Wie groß ist die Bereitschaft der Kommunen, den Bau voranzutreiben?
Die Bereitschaft ist sehr groß. An unserer Kick-Off-Veranstaltung zur Zusammenarbeit mit den Kommunen nahmen Mitte Januar 120 Vertreter aus den Verwaltungen teil. Noch im Januar haben wir dazu erste Gespräche mit den Kreisen geführt, die Auftraggeber der Nahverkehrsangebote vor Ort sind. Wir sind Berater, bieten Vorlagen für Ratsbeschlüsse oder Ausschreibungen an und warten nun auf die Förderanträge.

Welche Förderung wird für die Umsetzung angeboten?
Der NVR fördert den Bau von Mobilstationen mit bis zu 90 Prozent der Kosten.

Können sich auch Unternehmen am Bau beteiligen, um besser für Kunden und Mitarbeiter erreichbar zu sein?
Ja, wir befürworten dies und sind gerne bereit, die Firmen im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements aktiv zu unterstützen und zu beraten.

Schöne Mobilstationen sind die eine Seite, der Nahverkehr, der als zu langsam und unzuverlässig wahrgenommen wird, ist die andere Seite. Stimmt das?
Wir müssen leider feststellen, dass die Qualität auf der Schiene in den vergangenen Jahren abgenommen hat, obwohl zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen realisiert wurden und es auf der Schiene einen Anstieg der Verkehrsleistungen um 10 Prozent gab. Die Nachfrage steigt schneller, als Erweiterungen möglich sind. Allein im Jahr 2016 gab es bei den S-Bahnen in unserem Gebiet einen Fahrgastzuwachs von 7,6 Prozent. Diese Zahl spricht Bände. Daher ist der Ausbau der Schieneninfrastruktur dringend notwendig. Wir haben bereits moderne Fahrzeuge, aber auch abgewrackte Haltestellen – die machen keinen Spaß und sollen, wo es Sinn macht, durch moderne Mobilstationen ersetzt werden.

Welche Ausbaupläne haben Sie für das Rheinisch-Bergische Land?
Da wäre der Ausbau der S-Bahnstrecke nach Bergisch Gladbach. Allein hier fließen 34 Millionen Euro in die Planungen zum Ausbau. Dazu das Bündnis Oberbergische Bahn (BOB) mit derzeit noch 65 Kilometern Eingleisigkeit, sowie der Streckenausbau für den Rhein-Ruhr-Express (RRX). Infrastrukturmaßnahmen brauchen leider sehr viel Zeit. Daher arbeiten wir daran, dass die Planungs- und Genehmigungsabläufe verkürzt werden. Kurzfristige Verbesserungen hat bereits das neue Konzept für den Busverkehr im Rheinisch-Bergischen Kreis gebracht.

Welche weiteren Maßnahmen zur Verbesserung des Nahverkehrs sind geplant?
Derzeit laufen bereits mehrere Projekte, die vom NVR und dem Land NRW angestrengt wurden. Zu nennen sind hier der laufende Pilotversuch im Verkehrsverbund Rhein-Sieg zu einem eTarif, ein landesweites AzubiTicket (ab August 2019) und Erweiterungen bei JobTickets. Zudem fördern wir beispielsweise hochwertige Fahrradabstellanlagen, Fahrradverleih- und Carsharingsysteme. Wichtige Felder werden in Zukunft neben der Errichtung eines verbundweiten Mobilstationsnetzes unter anderem der Bau von Radschnellwegen und die Einrichtung von Schnellbuslinien sein.

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