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Finanzen + Handwerk

WIRTSCHAFTSRÄUME IN GL – GEWERBEGEBIET NEUE DOMBACH – VON ULRICH KLÄSENER

Nicht nur die Mühle klappert am rauschenden Bach

Früher Papierfabrik, heute Teil des LVR-Industriemuseums und geschäftiges kleines Gewerbegebiet zwischen Bergisch Gladbacher City und dem Ortsteil Herrenstrunden: Die Rede ist vom Gewerbegebiet Neue Dombach an der L 286, das unzählige Gladbacher Bürgerinnen und Bürger weniger vom Arbeiten her kennen, aber durchaus schon einmal zum Feiern aufgesucht haben.

Ob Party, runder Geburtstag oder Goldhochzeit: Das Vereinsheim „Botze Stüffje“ der KG Schlader Botze gleich am Entree zum Gewerbegebiet Neue Dombach ist den meisten wohlbekannt. Elegant schwingen sich geladene Gäste per Außenaufzug in höchste Höhen, um über die beplankte Dachterrasse ins Turmzimmer zu gelangen. „Mangels Nachbarschaft“, schlagen die Schlader Botze als Vermieter einen süffisanten Ton an, „können Sie laut und gemütlich bis in den Morgen hinein feiern, ohne Fenster schließen zu müssen.“

Was mit ein Grund dafür sein dürfte, dass manch Industrie- und Handwerksbetrieb hier an der Neuen Dombach (Kürtener Straße 71-87) seine Zelte gern aufgeschlagen hat – ohne befürchten zu müssen, dass hartnäckige Bürgerinitiativen der Wirtschaft das Leben schwer machen. Metallbauer, Baustoffhandel, Gala-Bau, Beschichtungs- und Vakuumtechnik, Elektrotechnik und Handwerksstätten hat das überschaubare Areal ebenso schon gesehen wie seinerzeit natürlich die Papierproduktion.

Nach wie vor thront hier die Königin der Gladbacher Papiermaschinen. In einer Halle der ehemaligen Papierfabrik Neue Dombach ist die von 1889 stammende Papiermaschine 4 (PM 4) der J.W. Zanders AG zu sehen, die noch bis 1991 im Bergisch Gladbacher Werk (Gohrsmühle) im Einsatz war. Die eigentliche Papiergeschichte des Standortes, der wie selbstverständlich von der Strunde in direkter Nachbarschaft flankiert wird, begann allerdings 200 Meter talabwärts: an der Papiermühle Alte Dombach, die um 1620 als dritte Gladbacher Papiermühle ihren Betrieb aufnahm.

Im Laufe der Zeit wurde die Alte Dombach immer wieder umgebaut und erweitert. Heute besteht sie aus zwei großen Produktionsgebäuden, Arbeiterwohnhäusern und Nebengebäuden – Teile des Papiermuseums Alte Dombach, das 1999 eröffnet wurde. 1987 hatte die Bergisch Gladbacher Zanders Feinpapiere AG und die J.W. Zanders KG dem Landschaftsverband Rheinland die Papiermühle Alte Dombach geschenkt, der sie zum größten deutschen Papiermuseum entwickelte.

Knapp 190 Jahre zuvor, um 1800, wurde talaufwärts die Neue Dombach gegründet. Sie entwickelte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einer typischen Fabrik, die Papier im industriellen Maßstab produzierte. Die Nachfrage war da: Das LVR-Papiermuseum beziffert den Anstieg des Papierverbrauchs zwischen 1800 und 2004 von 0,5 auf 224 Kilogramm pro Kopf und Jahr in Deutschland. Dennoch wurde die Alte Dombach um 1900, die Neue Dombach 1930 stillgelegt.

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