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Gesundheit

Osteoporose – die unterschätzte Erkrankung

Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach: Vortrag mit Chefarzt Dr. med. Kai Pieritz über das wichtige und viel zu wenig beachtete Thema Osteoporose am Donnerstag, 13. Dezember, im EVK-Forum.

Chefarzt Dr. med. Kai Pieritz

VON ROBERT SCHÄFER

Osteoporose ist eine chronische Erkrankung der Knochen, bei der das Verhältnis von Knochenaufbau und -abbau gestört ist, wodurch in der Folge die Knochenmasse abnimmt. Bei Osteoporose ist in der Regel das komplette Skelettsystem erkrankt und nicht nur ein einzelner Knochen. Hervorgerufen wird Osteoporose durch eine Abnahme der Knochenmasse und damit einhergehend einer Verschlechterung des Knochengewebes. Jährlich treten etwa 350.000 Knochenbrüche durch Osteoporose in Deutschland auf. „Viele dieser Knochenbrüche ließen sich durch eine zielgerichtete medikamentöse Behandlung verhindern. Fakt ist, dass der Volkskrankheit Osteoporose bislang immer noch zu wenig Beachtung geschenkt wird und sie aufgrund fehlender Diagnosestellung häufig auch in zu geringem Umfang therapiert wird“, sagt Dr. Kai Pieritz. Um die Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen, hält der Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach gemeinsam mit Assistenzärztin Nina Steinfeld einen Vortrag mit dem Titel: „Osteoporose – die unterschätzte Erkrankung“. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 13. Dezember, von 19.30 bis 21 Uhr im EVK-Forum (5. Etage im Ärztehaus I) statt.

Wie entsteht eine Osteoporose? Bei einer primären Osteoporose gibt es keine erkennbare Ursache für die Erkrankung. Zwar sind bestimmte Risikofaktoren bekannt, wie ein höheres Lebensalter oder das Geschlecht, doch müssen diese nicht zwingend zu einer Osteoporose führen. Die primäre Osteoporose, die in 90 Prozent aller Fälle vorliegt, wird in Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Typ 1 beschreibt die postmenopausale Osteoporose, die viele Frauen nach den Wechseljahren entwickeln. Unter Typ 2, der Altersosteoporose, leiden vor allem ältere Menschen ab 70 Jahren.

Assistenzärztin Nina Steinfeld

Die sekundäre Osteoporose ist eine Folge oder Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung, zum Beispiel Diabetes mellitus oder einer Schilddrüsenüberfunktion. Sie kann aber auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison bedingt sein.

Wie kann man eine Osteoporose erkennen? Bereits bevor ein Knochenbruch entsteht, gibt es Hinweise auf eine mögliche Osteoporose. Beispielsweise können eine zunehmende Krümmung der Wirbelsäule, die deutliche Verminderung der Körpergröße, aber auch Schmerzen des Bewegungsapparates bei Belastung wichtige Hinweise darstellen. Im Rahmen einer speziellen Basisdiagnostik führt der Arzt eine schmerzfreie Untersuchung zur Ermittlung der Knochenmineraldichte durch: die DXA-Messung mit Hilfe gering dosierter Röntgenstrahlen. Das Ergebnis der Untersuchung wird als T-Wert angegeben.

Osteoporose – nicht heilbar, aber gut behandelbar. Ist die Knochendichte zu niedrig, wird Patienten zu einer Lebensstilanpassung und einer Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D geraten. „Allerdings sollten sich die Patienten auf eine langfristige Behandlung einstellen, bei der sie durch aktives Mitwirken helfen, den weiteren Abbau der Knochen auszubremsen“, so Dr. med. Kai Pieritz. Die Schmerzen aufgrund von Knochenbrüchen werden mit individuell abgestimmten Schmerzmitteln gelindert.

So hilft das Team des EVK: Die qualifizierte Behandlung von Patienten mit Osteoporose ist einer der Schwerpunkte des EVK. Im Team der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie sind Ärzte speziell mit der Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung vertraut und bilden sich regelmäßig weiter. Im Rahmen der Patientenveranstaltung am 13. Dezember können sich die Besucher in einer ersten Einschätzung ihr spezielles Osteoporose-Risiko ermitteln lassen. Dr. Pieritz: „Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und qualifiziert behandelt, so können Knochenbrüche und notwendige Operationen vermieden werden.“

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