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Rumms, Bumms, Burkhardt

IM PROFIL. Die Ungeduld treibt ihn an: Burkhardt Unrau ist als Vorsitzender des Schaustellervereins so etwas wie der Kirmesimpresario in Bergisch Gladbach. Der Verein ist jetzt 25 Jahre geworden.

VON KLAUS PEHLE

Ungeduld hat in Bergisch Gladbach einen Namen und der ist Burkhardt Unrau. „Das ist meine schwierigste Eigenschaft. Manchmal ist Ungeduld auch hilfreich, aber es ist so etwas wie meine Problemzone.“ Bei der Organisation und dem Aufbau der Gladbacher Kirmes ist die Ungeduld hilfreich. Wenn Unrau ein Problem sieht, löst er es. „Am besten sofort“, sagt er. Die Kirmes, die zwei Mal im Jahr in der Stadt ist, hält Unrau mehr oder weniger im Alleingang auf diesem hohen Niveau. Er wird von der Stadt dafür unterstützt, die Arbeit aber macht der 66-Jährige ehrenamtlich im Schaustellerverein als Vorsitzender selbst. Seit 25 Jahren gibt es den Schaustellerverein jetzt. Außer Unrau sind 25 Kirmesunternehmer als Mitglieder registriert, die regelmäßig zur Pfingst- oder Laurentiuskirmes in Gladbach anreisen.

Auf diplomatischem Parkett ist Unraus Ungeduld manchmal hinderlich. Wenn er etwas denkt, sagt er es auch. „Was mir fehlt, ist eine gewisse Struktur. Bei mir ist Herz, Verstand und das, was ich sage, eins.“ Drumherum reden ist nicht seine Art, Fremde kann das schon mal vor den Kopf stoßen. Aber bei den Leuten, die ihn kennen, hat das einen großen Vorteil. Man weiß, was er meint, denn er sagt es gerade heraus. Machen ist ihm aber noch lieber als reden. Das zeigen die Stationen seines bewegten Leben: Gelernter Industriekaufmann, Schlagzeuger in Rock and Roll-Bands, Anfang der 80er gemeinsam mit Heiner Lauterbach Film-Synchronisierer im Tonstudio, Unternehmer im Bereich Versicherungen, JUC-Gründer und halt Kirmesimpresario.

Unrau kennt unheimlich viele Menschen, ist gut vernetzt. Das gehört zu seinem Prinzip, das nicht nur in dieser Stadt funktioniert. „Da kommt der Bürgermeister von Cala d’or“ sagen die Einwohner der mallorquinischen Küstenstädtchens, in der Unrau die Herbst- und Wintermonate verbringt. Den Spruch kennt man in Gladbach auf, dabei ist Politik überhaupt nicht sein Ding: „Um Gottes Willen“, sagt er.

10 Fragen an Burkhardt Unrau

Der 66-Jährige ist verheiratet, hat keine Kinder und organisiert unter anderem zwei Mal im Jahr in Bergisch Gladbach die Kirmes. Hobbys hat er keine: „Das Leben ist mein Hobby“, sagt er.

Welche Eigenschaften sagt man Ihnen nach?
Ungeduldig, Freude am Leben.

Ihr bisher größter Erfolg im Leben?
Das bis heute umsetzen, was mir meine Eltern mit auf den Weg gegeben haben.

Welches natürliche Talent würden Sie gern besitzen?
Ich mache das, was ich liebe.

Können Sie uns eine bewährte Lebensweisheit empfehlen?
Tue recht und scheue niemanden.

Was können Sie so gar nicht leiden?
Wenn ich belogen und hintergangen werde.

Was bringt Sie zum Lachen?
Leuchtende Kinderaugen.

Was schätzen Sie an Kollegen?
Mit voller Kraft ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Mit wem würden Sie gerne tauschen?
Mit keinem.

Ein gutes Buch und ein guter Film?
Alle Bücher von Karl May.
„Easy Rider“ von Dennis Hopper.

Wann sind Sie offline?
Immer, wenn ich will.

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