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Schnelle Soforthilfen

Corona-Krise. Branchenverbände sind sich sicher, dass ein Teil der Unternehmen die durch das Corona-Virus herbeigeführte Krise nicht überleben werden.

VON THOMAS HEINEMANN

Jetzt geht es ums Überleben – nicht nur für die Bürger, deren Schutz vor dem Corona-Virus an allererster Stelle steht: Die Branchenverbände für Einzelhandel, Industrie und Handel sowie Gastronomie befürchten eine große Pleitewelle. Eine Pleitewelle, der die Bundes- und die NRW-Landesregierung mit vereinfachten Krediten, staatlichen Bürgschaften für Kredite bei anderen Banken, Steuerstundungen, Kurzarbeitergeld für die Beschäftigten und unter anderem auch Einmalzuschüssen begegnen will.

Wie wichtig diese Maßnahmen sind, unterstreicht Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE Handelsverbands Deutschland, dem über 400.000 selbstständige Unternehmen mit etwa drei Millionen Beschäftigten bundesweit angeschlossen sind. Bliebe die schnelle und unbürokratische Hilfe aus, so drohe eine Pleitewelle in den deutschen Innenstädten, unter anderem bei alteingesessenen Schuh- und Bekleidungsfilialisten, sagt Genth: „Unter den gegebenen Umständen halten viele Einzelhändler nicht länger als vier Wochen aus“.

Ein weiteres Problem: Etwa ein Sechstel der Unternehmen seien mittelgroße Unternehmen, die – Stand 26. März – nicht von den Soforthilfen der Regierung profitieren würden.

Ein Nothilfeprogramm für das Gastgewerbe fordert derweil der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA. Das Gewerbe sei insbesondere vom Mittelstand geprägt, der ebenfalls die staatlichen Hilfspakete kaum oder nicht nutzen dürfe, mahnt der Verband und hat der Bundesregierung einen Katalog an Korrekturvorschlägen vorgelegt. Darin enthalten sind Forderungen nach einem Aufschub von Miet- und Pachtzahlungen sowie eine Klarstellung im Infektionsschutzgesetz, das bislang zur Schließung der Betriebe führte. „Ohne diese Korrekturen drohen gastgewerbliche Betriebe, insbesondere mit mehr als zehn Mitarbeitern, durch das Raster der staatlichen Hilfsprogramme zu fallen“, betont DEHOGA-Präsident Guido Zöllick und sieht auch die Sofortmaßnahmen für Kleinstunternehmen noch kritisch.

„Sofort“ müsse auch „sofort“ heißen, unterstreicht derweil die Industrie- und Handelskammer zu Köln, die derzeit mit einem eigenen Newsletter ihre Mitgliedsunternehmen über die sehr dynamischen Entwicklungen informiert und die Landes- und Bundesregierung davor warnt, mit den Hilfsmaßnahmen länger zu warten oder diese mit Bürokratie auszubremsen. IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald dazu: „Alles, was der Wirtschaft jetzt finanziell hilft, ist von existenzieller Bedeutung für die Bewältigung der Krise in der Region.“

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben auch das Handwerk mit voller Wucht getroffen, teilt die Handwerkskammer zu Köln mit. „Machen wir uns nichts vor“, sagt der Präsident Hans Peter Wollseifer: „Existenzen hängen am seidenen Faden. Trotzdem stecken die Betriebe den Kopf nicht in den Sand und zeigen in der Krise, dass sie auch unter erschwerten Bedingungen viele Wünsche erfüllen können. Um diesen Wünschen nachzukommen, braucht das Handwerk aber eben auch Kundinnen und Kunden!“ Während private Verbraucher bei der Auftragsvergabe zögerten, sei dies bei den Kommunen unverständlich. Wollseifer appellierte an die Städte und Gemeinden, jetzt das Handwerk mit Aufträgen für längst überfällige Arbeiten zu beschäftigen: „Wir dürfen nicht darauf warten, dass es vorbei ist. Habt Mut zur Entschlossenheit. Habt Mut zur Auftragsvergabe. Verfallt nicht in Schockstarre! Es gibt genug zu tun! Das Handwerk in der Region braucht jetzt Aufträge!“

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