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Sirenen können auch heute noch Leben retten

Stadtgespräch. Dem Klang der Sirenen konnte schon in der Antike niemand entkommen. Seefahrer wurden vom Gesang der Sirenen angelockt und starben dann auf deren Insel. Lediglich Orpheus und Odysseus konnten diese Fabelwesen aus der griechischen Mythologie überlisten … was Sirenen heutzutage bewirken, erzählt Elmar Schneiders von der Feuerwehr Bergisch Gladbach.

Ein flächendeckendes Sirenenwarnnetz gab es bis in die 1990er-Jahre. Es wurde vom Bund finanziert und unterhalten. Grund war damals der sogenannte „Kalte Krieg“. Die Sirenen sollten die Bevölkerung vor möglichen Luftangriffen warnen. 1991 endete diese Bedrohungslage, Sirenen wurden nicht mehr wirklich gebraucht, der Bund bot das Sirenennetz den Kommunen an. In Bergisch Gladbach wurden in den Jahren 2018 und 2019 neue Sirenen errichtet. 19 Stück an der Zahl, teils auf städtischen Liegenschaften, insbesondere Schulen, teils auf privaten Gebäuden. „Die Warnung der Bevölkerung im Falle von Großschadensereignissen oder Katastrophen, wie zum Beispiel bei extremen Unwettern mit einhergehenden Gefahren für die Bevölkerung, ist in der heutigen Zeit eine wichtige Aufgabe der zuständigen kommunalen Behörden“, so Elmar Schneiders. Zudem warnen Sirenen vor Chemiegefahren, wie sie etwa aus dem Chemiegürtel Leverkusen entstehen könnten oder auch vor atomaren Gefahren, die unter Umständen vom Kernkraftwerk Tihange in Belgien (in der Nähe von Aachen) ausgehen könnten. Die Anlage wurde mit finanzieller Unterstützung des Landes in Höhe von 90.000 Euro errichtet.

Die Funktion der Sirenen wird ständig überprüft, erklärt Schneiders. „Neben dem Sirenenalarm führen wir auch Probealarmierungen über die Warn-APP ‚Nina‘ durch und simulieren gleichzeitig auch über unsere Facebook- und Instagram-Seite sowie unseren Twitter-Kanal eine Warnung für die Bevölkerung“.

Die Antwort auf die Frage, warum heute überhaupt noch mit Sirenen als Warnmittel gearbeitet wird, ist ganz einfach: „Der Heulton einer Sirene erweckt die Aufmerksamkeit der Menschen und holt sie gegebenenfalls aus dem Schlaf“. Dazu die Verwaltung: „Der laute Ton einer Sirene ist ein effektives Mittel, das zumindest die Existenz einer Gefahr für die Menschen in der Umgebung deutlich hörbar anzeigt. Nur wenn sie von der Gefahr wissen, können sie sich über die Medien wichtige Informationen zum richtigen Verhalten und zur Gefahrenlage beschaffen.“

Elmar Schneiders
Wolfgang Weiden

Für den Katastrophenschutz sind neben dem Land zunächst die Kreise und kreisfreien Städte zuständig, die ebenfalls nicht auf Sirenen verzichten möchten. Aus den aktuellen Überflutungen müssen Schlüsse für die Zukunft gezogen werden. Kreiseinsatzleiter Wolfgang Weiden: „Manöverkritik ist richtig und muss sein. Ein so extremes Hochwasserereignis hatten wir in dieser Form noch nie, wir müssen nun schauen, welche Optimierungsmöglichen wir alle haben. Ein Sireneneinsatz ist nur dann sinnvoll, wenn parallel dazu eine Handlungsanweisung über das Radio oder Fernsehen erfolgt. Hier sollte beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen den Kreisen und den Rundfunkanstalten verbessert werden.

Der Heulton bedeutet: Ins Haus gehen, Fenster und Türen schließen, Radio und TV einschalten. Das alles muss ineinandergreifen. Wünschenswert für die Zukunft wäre eine engere Zusammenarbeit mit den Medien sowie eine Optimierung der digitalen Warnungen. Unser Katastrophenschutzplan wird stets überarbeitet, nimmt aber dem Einsatzleiter nicht die Entscheidung ab, ob, wie und wann er warnt. Aus der Gesamtsicht muss man schauen, wo wir alle gemeinsam – Land, Kreise und Kommunen – optimieren können.“

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