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Unterwegs

So schützen Sie sich im Sommer-Gewitter

Beim Zeus! Wenn es donnerte und blitzte, fürchteten die alten Griechen den Zorn der Götter. Heute stellen sich viele Menschen bei Gewitter unter einen Baum – das ist ebenso grundverkehrt. Wie schützt man sich wirklich?

VON CARMEN SADOWSKI

Kein Sommerwetter ohne die dazugehörigen Gewitter – längst kennt jeder das Naturphänomen. Dennoch fürchten sich viele seit jeher, wenn es am Himmel leuchtet und kracht. Die Angst ist nicht ganz unbegründet. Denn Tote und Verletzte – das gibt es immer wieder. Immerhin steigt die elektrische Spannung im Körper beim Einschlag auf mehrere hunderttausend Volt. Der Strom kann zum Herzstillstand führen. Der Verband der Elektrotechnik (VDE) schätzt, dass hierzulande jährlich etwa 800 Menschen vom Blitz getroffen werden. Drei bis sieben Menschen davon sterben – verletzt werden aber deutlich mehr. Schädigungen des Gehirns oder chronische Krankheiten wie etwa Bluthochdruck können die Folge sein.

Eichen und Buchen sollst du verfluchen

Gefährlich wird es vor allem, wenn man sich zum Beispiel bei einer Wanderung auf einem Feld oder im Wald befindet. Was also tun, wenn sich draußen am Himmel ein Spektakel zusammenbraut? Es gilt die Faustregel: Wer zwischen Blitz und Donner gerade noch bis zehn zählen kann, ist in Gefahr. Dann ist das Gewitter schon so nahe, dass man schleunigst Schutz suchen sollte.

Allerdings ist nicht jede Weisheit wirklich weise. Der Volksmund behauptet: „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen.“ Das reimt sich zwar, ist aber gefährlicher Unsinn! Tatsächlich fanden französische Forscher des staatlichen Wetterdienstes Meteo-France bei einer Studie heraus, dass 30 Prozent aller Blitzopfer Schutz unter einem Baum gesucht hatten. Allerdings erwischt es in der Regel immer die höchste Erhebung und die Riesen ragen aus der Landschaft. Besonders riskant sind alleinstehende Bäume.

Blitzschlag beim Duschen?

„When thunder roars, go indoors!“ – „Wenn es donnert, geh‘ nach drinnen!“, rät der US-Wetterdienst zu Recht. Im Auto sitzt man zum Beispiel gut geschützt, da die Metallkarosserie – auch faradayscher Käfig genannt – den Blitz ableitet. Einer der sichersten Orte ist ein festes Gebäude. Nur vor Leitungen in Altbauten, die häufig aus Metall bestehen und nicht geerdet sind, sollte man sich in Acht nehmen und bei Gewitter nicht duschen.

Ist weit und breit kein Unterschlupf in Sicht, sollte man darauf achten, nicht selbst die höchste Stelle zu sein. Eine Bodenmulde oder der Fuß eines Felsvorsprungs geben einen gewissen Schutz. Auf freier Fläche ist es am sichersten, wenn man sich hinhockt und dabei die Beine so dicht wie möglich zusammenstellt. Gruppen sollten sich weit voneinander weg verteilen, damit sie nicht eine kompakte Erhebung bilden.

Weg mit dem Handy

Achtung: Bloß nicht wegrennen, wenn der Blitz in unmittelbarer Nähe in den Boden einschlägt. Denn die Spannung breitet sich kreisförmig von der Einschlagstelle aus. Macht man nun einen Schritt, stehen die Füße auseinander – dann besteht ein Spannungsunterschied und der Strom kann durch den Körper fließen.

In jedem Fall gilt: Weg mit Metall! Zwar ziehen Fahrräder, Handys, Wanderstöcke oder Geländer den Blitz nicht an. Schlägt er aber ein, leiten Metallgegenstände besonders gut.

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