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Aktuell

Spekulationssteuer bei Privatverkäufen

STEUERTIPP. Der Gewinn beim Verkauf privater Besitztümer kann in bestimmten Fällen Steuern unterliegen.

Christian Servos
Dipl.-Kfm Steuerberater und Gründercoach

Servos Winter & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft
Odenthaler Straße 213 – 215
51467 Bergisch Gladbach
Tel.: 02202 933030
www.servos-winter.de

VON FELIX KRAUSE

Steht ein Umzug oder der jährliche Frühjahrsputz bevor, entscheidet man sich oft dazu, ungenutzte Gegenstände bei Ebay, Rebuy und Co. weiterzuverkaufen. Wer private Besitztümer veräußert, sollte gewisse Umstände beachten, die dazu führen können, dass auf den Verkaufsgewinn Steuern fällig werden.

Spekulationsfrist
Private Veräußerungsgeschäfte unterliegen einer Spekulationsfrist von einem Jahr. Gebrauchte Alltagsgegenstände sind hiervon nicht betroffen und können bedenkenlos verkauft werden. Kauft man aber bspw. Schmuck oder Antiquitäten und veräußert diese, noch bevor ein Jahr seit dem Kauf vergangen ist, werden auf den hierbei erzielten Gewinn möglicherweise Steuern fällig. Liegen jedoch zwischen Kauf und Verkauf mehr als zwölf Monate, bleibt der Gewinn aus dem privaten Veräußerungsgeschäft steuerfrei.

Freigrenze
Möchte man nicht ein Jahr warten, gibt es immer noch eine Freigrenze in Höhe von 600 Euro jährlich. Liegt der Gewinn aller Privatverkäufe in diesem Rahmen, wird hierauf keine Steuer fällig. Übersteigt man die Freigrenze jedoch bspw. um 10 Euro, muss nicht nur auf den übersteigenden Betrag in Höhe von 10 Euro die Steuer gezahlt werden, sondern auf den Gesamtbetrag von 610 Euro, da es sich hierbei um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag handelt.

Gewerbliche Verkäufe
Sollte es dazu kommen, dass man als gewerblicher Verkäufer eingestuft wird, sind weder die Spekulationsfrist noch die Freigrenze anwendbar. In diesem Fall wären sämtliche Gewinne aus Verkäufen steuerpflichtig und man wäre als gewerblicher Händler verpflichtet, auf seine verkauften Waren die gesetzliche Gewährleistung zu geben.

Da die Grenzen zwischen „privat“ und „gewerblich“ fließend sind und es keine konkreten Zahlen für Umsatzhöhe oder Anzahl der Verkäufe gibt, die eine Abgrenzung eindeutig belegen würden, wird einzelfallabhängig entschieden. Grundsätzlich gilt jede nachhaltige Tätigkeit, um Einnahmen zu erzielen, als gewerblich, auch wenn eine Gewinnerzielungsabsicht fehlt. Wer häufig Neuware oder ähnliche Artikel in offensiver Weise anbietet, indem er etwa aufwendige Fotos für seine Anzeigen nutzt oder diese gegen Aufpreis besser sichtbar macht, dem kann eher unternehmerisches Handeln unterstellt werden. Man sollte auch vermeiden, Dinge für andere Personen zu verkaufen und sich nur auf eigene Gegenstände beschränken.

Wichtig: Wer zudem die Umsatzgrenze in Höhe von 17.500 Euro pro Jahr überschreitet, wird umsatzsteuerpflichtig und muss auf seine verkauften Waren Umsatzsteuer erheben.

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