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Straßen in Bergisch Gladbach: Verwaltung schlägt Alarm

KOMMUNALPOLITIK. Im Verkehrsausschuss zeichnete Martin Hardt, Verkehrsplaner der Stadtverwaltung, ein dramatisches Bild von Gladbachs Straßen. Wahrscheinlich muss man aber noch mindestens ein Jahr mit diesem Zustand leben.

VON KLAUS PEHLE

Was kostet eigentlich eine Straße? Oder was sind Gladbachs Straßen zusammen wert? Fragen, die Martin Hardt in einem dramatischen Vortrag vor dem Verkehrsausschuss des Rates der Stadt Bergisch Gladbach erörterte. Dramatisch, weil der Verkehrsplaner der Stadtverwaltung den Gladbacher Politikern vorrechnete, dass die Straßen der Stadt immer weniger wert sind. In den zehn Jahren von 2007 bis 2017 haben die Straßen einen Wertverlust von über 10 Millionen Euro erlitten. Wer mit dem Auto, dem Bus, mit dem Rad oder zu Fuß in Bergisch Gladbach unterwegs ist, wird sich darüber nicht wirklich wundern. Schlaglöcher klaffen auf Haupt- und Nebenstraßen, der Asphalt auf Rad- und Gehwegen platzt auf, weil sich das Wurzelwerk der Bäume seinen Weg sucht und wer mit dem Bus in den gar nicht mal so alten Busbahnhof einrollt, sollte sich festhalten. Dort haben sich die Wellen durch die schweren Fahrzeuge mittlerweile mehrere Zentimeter tief in die Oberfläche gegraben. So tief, dass die Stadt jetzt mit Markierungen in Signalfarbe davor warnt.

Wundern darf man sich allerdings doch. Und zwar wenn man die wirtschaftliche Gesamtsituation sieht. 2007 hatten die Gladbacher Straßen noch einen Gesamtwert von knapp 75 Millionen Euro. 2017 waren es nur noch 64,2 Millionen Euro. Und das, obwohl die Bodenwerte mit eingerechnet werden und die Stadt innerhalb dieses Intervalls mit dem Driescher Kreisel und der Fußgängerzone zwei hochwertige Verkehrsflächen hinzugewonnen hat. Hoch ist der Wertverlust vor allem deshalb, weil Straßen und andere Verkehrswege auf 40 Jahre abgeschrieben werden und in dieser Zeit in der Bilanz einen Wertverlust von 90 Prozent ausmachen. Hardt dokumentierte die desolate Situation der Verkehrsflächen mit drastischen Bildern aus dem gesamten Stadtgebiet. Und die verfehlten ihre Wirkung bei den Ratsmitgliedern nicht.

FDP-Fraktionsvorsitzender Jörg Krell schritt sogar gleich nach der Ausschusssitzung zur Tat und verfasste einen Antrag an die Verwaltung. Er fordert darin die Stadt auf, ein Programm zur umfassenden Straßensanierung zu erarbeiten. Zurzeit stellt die Politik dem Fachbereich Verkehrsflächen eine Million Euro für Sanierungen zur Verfügung. Krell: „Das reicht bei Weitem nicht aus und Herr Hardt hat in Aussicht gestellt, wenn man das Budget auf fünf Millionen Euro erhöhte, dann hätte man einen Rahmen, in dem man ein einigermaßen akzeptables Programm durchziehen könnte.“ Doch bis eine Verfünffachung des Budgets real wird, könnte es noch dauern. Das weiß auch Krell: „Die Stadt war im Nothaushalt, jetzt im Haushaltssicherungskonzept und ist eben gezwungen, disponible Ausgaben weitestgehend zurückzufahren und wird die Mittel wohl erst aufstocken, wenn sie aus der Haushaltssicherung rauskommt, also 2020/2021.“

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Bürgermeister will nicht nochmal
„Im Jahr 2020 werde ich nicht noch einmal als Bürgermeister in Bergisch Gladbach kandidieren.“ Mit diesen Worten richtete sich Bürgermeister Lutz Urbach (CDU) im April per Presseerklärung an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Der 52-Jährige wurde 2009 als Nachfolger von Klaus Orth (SDP) zum ersten Mal zum Bürgermeister gewählt. Bei den vorgezogenen Kommunalwahlen 2014 bestätigten die Wählerinnen und Wähler den gebürtigen Kölner im Amt. Bis 2009 war er Kämmerer in Hennef und dort Geschäftsführer der Stadtwerke.

Fahrradklimatest spornt Verwaltung an
Das Ergebnis des jährlich durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) deutschlandweit durchgeführte Fahrradklimatest brachte wieder kein gutes Ergebnis für Bergisch Gladbach. Die Stadt errang in der Abstimmung Rang 39 von 41 vergleichbaren Städten mit einer Einwohnerzahl von 100.000 bis 200.000 Einwohnern. „Dies ist leider nur eine Verbesserung um einen Platz”, bedauert das der städtische Mobilitätsmanager Daniel Euler, der sich aber angespornt fühlt, jetzt weiter und verstärkt an der Umsetzung des 2016 entwickelten Mobilitätskonzeptes zu arbeiten. Darin ist die Förderung des Radverkehrs zentraler Bestandteil.

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