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Was kann aus der Zandersstadt werden?

AKTUELLES. Maschinenhäuser, Lagergebäude, Rollenlager, Kraftwerk und Klärwerk: Überreste aus Zeiten, in denen es der Bergisch Gladbacher Papierindustrie gut ging. Was könnte daraus werden? GL KOMPAKT ist mit Udo Krause und Marie Zorn von der städtischen Projektgruppe Zanders Innenstadt über das 37 Hektar große Gelände gegangen.

VON HANS-WERNER KLINKHAMMELS

Die Szenerie erinnert an Filmkulissen oder Lost Places. Baufällige Gebäude aus den 60er-Jahren reihen sich an denkmalgeschützte Bauten aus dem Jahr 1880. Speichergebäude ducken sich unter 70 und 90 Meter hohen Fabrikschloten. Maschinenhäuser, Kraftwerk und Klärwerk zeugen vom ehemals autarken Verständnis der Zandrianer. Zehn Schritte weiter sprudelt die Strunde.

Überall wird aufgeräumt, der Insolvenzverwalter, dem das gesamte Mobiliar gehört, macht seine Arbeit. Auktionen und Bieterverfahren sollen noch einmal Geld in die Kasse spülen. Vom Werksfahrrad über Laboreinrichtungen bis zur Papiermaschine wird alles angeboten. „Die riesige Papiermaschine PM3 hat vor
30 Jahren eine Milliarde D-Mark gekostet. Nun soll sie noch ein paar Millionen Euro bringen. Sie wird auf dem Weltmarkt angeboten“, erklärt Udo Krause.

Was kann aus der Zandersstadt werden? Arbeit, Wohnen, Freizeit, Bildung sollen nebeneinander entstehen. Marie Zorn lässt ihrer Fantasie freien Lauf: „Im Maschinenhaus kann beispielsweise ein hippes Restaurant entstehen, im Speichergebäude Wohnungen, hinter manch alten Gemäuern ist Platz für Start-ups.“ Die Stadtbahn könnte von Thielenbruch bis hinein ins Zandersgelände verlängert werden, das Rollenlager mit immensen Ausmaßen zur Veranstaltungshalle mutieren.

Das alles ist nicht so einfach. Strom und Wasser werden nach und nach abgesperrt. Infrastruktur wird also bald fehlen. Das Kraftwerk, in dem alte Siemensturbinen arbeiteten, wurde von Dominikus Böhm, Vater von Gottfried Böhm, erbaut. Über seine Zukunft wird noch entschieden. Die Klärschlamm-Verbrennungsanlage wird zurückgebaut. Die Grundwasserpumpen arbeiten noch. Sie werden vom Insolvenzverwalter betrieben, um Maschinen und Leitungen zu spülen. Sobald er kein Wasser mehr entnimmt, wird die Stadt einspringen und die Grundwasserabsenkung vornehmen, um die Keller in der Innenstadt trocken zu halten. Die Stadt hat ein Wasserrecht für den kurzfristigen Übergang – etwa zwei Jahre – beim Kreis beantragt. Für das langfristige Wasserrecht werden zurzeit Gutachten erstellt. An Grundwassermessstellen werden dafür belastbare Daten gesammelt.

Erste Schritte in die Zukunft des Areals sind getan. Luftverschmutzung und Verkehr sind geringer geworden, Büroräume sind vermietet, Führungen über das Gelände wurden bereits angeboten. Ein erster Bereich, der „Gohrsmühlenplatz“, ist für die Öffentlichkeit freigegeben. Hier können Veranstaltungen stattfinden. Es ist der erste Part des Areals, der durch die Allgemeinheit genutzt werden kann.

Führungen durch das Zanders-Areal dauern rund 1,5 Stunden. Infos dazu unter 02202 14 2302.

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