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Was macht eigentlich

Otto Fell

Mehr als 25 Jahre war Otto Fell als Stadtdirektor in Bergisch Gladbach bestens bekannt und auch über die Stadtgrenzen hinaus als umtriebiger und lösungsorientierter Gesprächspartner gefragt. Seine damalige Energie ist ihm bis heute erhalten geblieben.

Mittlerweile 88-jährig ist Bewegung immer noch das oberste Gebot für ihn. Golf ist seine große Leidenschaft. Dreimal in der Woche, wenn das Wetter es zulässt, ist er auf dem Golfplatz in Kürten zu finden. Die gut zehn Kilometer, die beim Golfspielen auf einem 18-Loch-Platz zu bewältigen sind, legt er natürlich zu Fuß zurück – und nicht, wie viele seiner Altersgenossen, in einem E-Cart. Neben der körperlichen Fitness ist für den rüstigen Senior auch geistige Beweglichkeit von großer Bedeutung. Seit mehreren Jahren engagiert er sich bei „Senioren beraten die Wirtschaft“. Seine geliebten Reisen oder der Besuch von Veranstaltungen in und um Bergisch Gladbach müssen zurzeit Corona-bedingt ausfallen. Umso mehr kann er sich einem weiteren Hobby widmen – der Metereologie. Die Wetterprognosen sind für ihn ein ganz entscheidender Aspekt, um das bestmögliche Ergebnis aus seinem Nutzgarten zu holen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. 1.000 Tomaten hat er in einem rekordverdächtigen Jahr geerntet und damit die gesamte Familie versorgen können.

5 Fragen an Otto Fell

Können Sie beim Nichtstun nichts tun?
Nein, ich bin immer in Bewegung. Bei der geistigen Bewegung tue ich zwar im Wortsinn nichts, aber ich denke zum Beispiel über eine Formulierung eines Textes nach, an dem ich arbeite.

Sind Ihnen Menschen, deren Verhalten Sie an sich selbst erinnert, eher sympathisch oder unsympathisch?
Eher sympathisch. In der Leichtathletik fiebere ich beim Endspurt eines Laufwettbewerbs immer mit dem, der das Letzte aus sich herausholt, um zu gewinnen. Als Mittelstreckler habe ich in jungen Jahren viele Laufwetbewerbe im Endspurt gewonnen.

Schätzen Sie Ihre Stärken mehr als Ihre Schwächen?
Meine Stärken. Ich habe sehr viel Sport getrieben: Fußball, Handball, Tennis. Bergsteigen, Leichtathletik und seit meiner Pensionierung Golf. Natürlich habe ich lieber gewonnen als verloren. Unvergesslich sind mir zum Beispiel mein Sieg als Kreiswaldlaufmeister in meinem Heimatkreis Erkelenz und meine (erste) Besteigung der Zugspitze am 25. August 1951.

Interessiert Sie bei Menschen eher die Seite, die sie Ihnen zuwenden oder die, die sie vor Ihnen verbergen?
Beides! Das Äußere, der erste Eindruck interessiert mich sehr, vor allem, wenn ich Menschen kennenlerne. Danach, vor allem wenn man mit jemandem befreundet ist, möchte ich schon wissen, was sich hinter der Fassade verbirgt.

Es gibt zwei Sorten von Menschen: solche, die gern in Gesellschaft traurig sind, und solche, die lieber allein traurig sind. Zu welcher Sorte gehören Sie?
Zur zweiten. Wenn ich traurig bin, möchte ich lieber allein sein. Ich fände es nicht gut, andere Menschen mit meiner Traurigkeit zu behelligen, es sei denn, ich brauche Hilfe. Die bekomme ich aber kaum in Gesellschaft, sondern eher von einem nahestehenden Menschen.

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