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Aktuell

Wenn Bestattungskosten nicht zum Problem werden sollen

STADTGESPRÄCH. Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist die Zahl der Sozialbestattungen in den letzten Jahren angestiegen. Zurzeit rechnen die Bestatter circa 120 Fälle pro Jahr direkt mit dem Amt für Soziales ab.

VON MICHAEL SCHÜPPEL

Laut Auskunft des Kreises liegt der Anstieg der Sozialbestattungen aber nicht nur an der immer wieder in der Öffentlichkeit diskutierten steigenden Armut der älteren Bevölkerung, sondern auch an den deutlich gestiegenen Bestattungskosten in den letzten Jahren.

Ein Familienmitglied durch Tod zu verlieren, bedeutet in der Regel ein emotionales Desaster. Die Emotionen in den Griff zu bekommen, ist nicht so einfach. Richtig problematisch wird es dann aber, wenn für die Bestattung das notwendige Geld nicht zur Verfügung steht. Die Kosten belaufen sich von 2.500 Euro für die günstige anonyme Feuerbestattung bis hin zu 35.000 Euro für eine aufwendige Erdbestattung. Selbst bei der günstigsten Variante ist für viele Angehörige schon die absolute Schmerzgrenze erreicht. Können die Angehörigen die Kosten einer Bestattung nicht übernehmen, kann eine Sozialbestattung beantragt werden. Eine Sozialbestattung bedeutet, dass die Kosten für eine Bestattung von dem für den Sterbeort zuständigen Sozialamt übernommen werden. Dies ist der Fall, wenn sie den Kostentragungspflichtigen nicht zugemutet werden können (Paragraph 74 SGB XII). Der Bestatter muss seine Leistungen in diesem Fall nach einer Kostenordnung abrechnen und gibt seine Kosten direkt an das zuständige Sozialamt weiter.

Der Antragsteller muss kein Arbeitslosengeld II empfangen und keine Sozialhilfe beziehen. Menschen mit niedriger Rente oder geringem Einkommen können generell den Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten im Rahmen einer Sozialbeerdigung stellen. Dazu ist eine Überprüfung des Vermögens der Angehörigen nötig. Hierzu gibt die Leiterin des Sozialamtes Claudia Materne folgenden Ratschlag:“ Es ist sinnvoll, sich bereits frühzeitig mit dem Thema Tod und Bestattung zu beschäftigen. Bestatter bieten dazu entsprechende Beratungen an. Sollten die finanziellen Mittel der Angehörigen für eine Bestattung nicht ausreichen, berät das Amt für Soziales des Rheinisch-Bergischen Kreises gerne Fragen bezüglich der Übernahme von Bestattungskosten in dieser besonderen Lebenslage.“

Die Höhe der Kostenübernahme entspricht dabei den ortsüblichen Bestattungskosten.

Ein Antrag auf Kostenübernahme kann auch gestellt werden, wenn die Bestattung bereits in Auftrag gegeben oder bereits durchgeführt wurde. Hier ist nur zu beachten, dass die Differenz für eine zu teure Bestattung vom Antragsteller, der die Bestattung in Auftrag gegeben hat, selber bezahlt werden muss. Auch bereits bezahlte Rechnungen können beim zuständigen Sozialamt eingereicht werden. Bei einer Ablehnung der Sozialbestattung sollten Angehörige mit dem Bestatter sprechen. Oftmals kann eine Ratenzahlung vereinbart werden.

Vorsorge erspart den Gang zum Sozialamt
Damit die Bestattungskosten nicht zur Belastung für die Angehörigen wird und der Gang zum Sozialamt erspart bleibt, bieten fast alle Versicherungsunternehmen oder aber die Bestattungsunternehmen direkt unterschiedliche Vorsorgemodelle an, mit denen ein würdiger Abschied gestaltet werden kann – und gleichzeitig die Angehörigen finanziell entlastet werden.

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