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Leben + Geniessen

KOLUMNE von Walter K. Schulz

Der Autor kam 1980 nach Rhein-Berg. Bekannt wurde er durch seine Tätigkeit als Zeitungsredakteur, Buchautor
(„Bläck Fööss“) und Fotograf (mit
verschiedenen Ausstellungen).

"Zu Risiken und Nebenwirkungen bei der Betrachtung von Alltagsnachrichten fragen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker. Trinken Sie lieber 'e lecker Tässchen Kaffee'… "

Wenn Sie mich fragen …

Wenn Maxi und Wuffi plötzlich gähnen

Hunde waren schon immer in unserer Familie auf ihren vier Beinen unterwegs. Wenn Sie auch einen Hund haben, wissen Sie, dass Hunde auch gähnen können. Und wie!

Beim Thema Hunde-Gähnen muss ich oft an Asta denken. Das schwarz-weiße liebenswerte Hundefrauchen gehörte einem meiner Neffen. Wir legten die Kleine an Heiligabend untern Baum, und Asta fand ein tolles Zuhause. Bei ihr habe ich es immer wieder „getestet“. Selbst mal kurz gähnen – und Asta hat‘s spontan nachgemacht. Sie gähnte, was das Zeug hielt. Und wir haben uns köstlich amüsiert. Der Mensch sagt ja auch: Gähnen steckt an …

Aber Maxi, Bello und Wuffi gähnen auch ohne Anregung. In der Psychologie-Literatur lese ich: „Wenn ein Hund gähnt, kann das genau wie beim Menschen ein Zeichen von Müdigkeit sein. Es hilft ihm aber auch, kritische Situationen zu überbrücken.“

Was denkt sich der Hund beim Gähnen? Nun, er soll es tatsächlich bei Müdigkeit und Stressabbau „einsetzen“. Es ist für ihn sinnvoll, um flott Müdigkeit oder Sauerstoffmangel zu attackieren. Die Vierbeiner gähnen meist, wenn sie längere Zeit nichts unternommen haben. Der Sauerstoffpegel ist gefallen. Beim Gähnen fließt mehr Luft als sonst in die Lunge, „frisches“ Blut wird ins Herz gepumpt.

Hunde können gähnen wie Menschen. Mein Maxi zeigt‘s.

Das bringt neue Frische für den Hundekörper. Man kann quasi von einer Frischekur sprechen. Die Energiereserven werden aufgetankt. Wenn das beim Menschen so einfach wäre. Wir greifen eher zum Tässchen Kaffee, zum Espresso, zu einem Glas koffeeinhaltiger Limo oder einem Energy-Drink.

Der Experte sagt auch: „Bei Hunden ist Gähnen oft auch eine beliebte Übersprungshandlung.“ Aber: Hier gähnt der Hund weder, um sich die Müdigkeit auszutreiben, noch, um sich Sauerstoffzufuhr zu verschaffen, sondern um eine „Denkpause“ zu erhalten. Ganz schön clever.

Ein anderer Zusammenhang: Der Schwanzwedler gähnt, wenn er vor einer Entscheidung steht, die ihn überfordert. Er gähnt, wenn er blitzschnell reagieren will, aber nicht weiß wie. Oder aus Verlegenheit – wenn er „versagt“ hat, zum Beispiel nach dem Verbellen eines Schneemanns oder einer Vogelscheuche. Ein Unterfangen, das ihm natürlich kein Erfolgserlebnis brachte, weil das sture Ding nicht reagierte.

Hunde gähnen darüber hinaus auch, wenn sie sich freuen oder sich selbst beruhigen wollen. Deshalb wird das süß anzusehende Gähnen auch von einigen Forschern „Beschwichtigungssignal“ genannt. Diese Signale setzen Hunde ein, um Stress oder Spannung abzubauen und Konflikte zu vermeiden. Ob Hunde dies bewusst oder unbewusst tun, ist nicht ganz geklärt.

Ganz schön interessant – das Thema Gähnen beim Hund. Jedenfalls keinesfalls zum Gähnen, meine ich. Wow-wau!

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