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Wald und Wiese in Nußbaum nahe dem ehemaligen Steinbruch Peterskaule – eine der wenigen großen, freien Flächen im Wohnbereich GL – sollen später für Planungen angefasst werden. Das „Kölner Fenster“ mit Domaussicht bleibt. Im Bild: Nußbaumerin mit ihrem Hund.

Wohnungsbau – GL stellt 35 Flächen aufs Reißbrett

STADTGESPRÄCH. Wohnungen und Gewerbe: Die Würfel sind gefallen. Der graue November bringt es schwarz auf weiß und in Color: Die GroKo im Rathaus hat einen Flächennutzungsplan (F-Plan) auf die Schiene gelegt, der Priorität für 35 Wohnbauflächen und neue Gewerbeflächen ermöglichen soll.

VON WALTER K. SCHULZ

Dr. Michael Metten

Mit einem „klaren Ja“ beantworten CDU und SPD die immer wieder gestellte Frage: Muss es überhaupt einen neuen F-Plan geben? Die Stadt brauche die Perspektiven für eine „verantwortbare Weiterentwicklung mit Augenmaß“, so die Fraktionschefs Dr. Michael Metten (CDU) und Klaus W. Waldschmidt (SPD) unisono. Besonders der Herausforderung fehlender Wohnungen wolle man sich stellen, sagt der SPD-Mann. Deswegen sei auch die Aufstellung eines wohnungsbaulichen Konzepts in 2019 wichtig.

Ein F-Plan mache keinen Automatismus erforderlich, sagt Metten, der damit die stets zu hörende Meinung, der Plan werde von der Verwaltung schnurstracks umgesetzt, zurückwies. „Die Verwaltung kann nicht einfach machen. Es müssen nach Bedarf Bebauungspläne aufgestellt werden, und damit sind Bürgerbeteiligung, Einsprüche und auch Klagemöglichkeiten verbunden.“

In den beiden Beteiligungsrunden flatterten 4.435 beziehungsweise 2.360 Eingaben ins Rathaus. Die Hektarzahlen schrumpften beim Gewerbe von 50 auf 34, und beim Wohnungsbau von 180 auf 68. Diese Zahlen und das Procedere brachten die Bürgersprecher aber nicht davon ab, von einer Pseudo-Beteiligung zu sprechen. Nach dem „alten“ Motto: Maximales fordern und Angedachtes erreichen! Die Groko will das so nicht unterschreiben.

Klaus Waldschmidt

Waldschmidt: „Es wurden ganz erhebliche Abstriche gemacht.“ Die Beteiligung der Bürger sei noch weit über das Vorgeschriebene hinausgegangen, und man habe den Bürger intensiv angehört. Jede Fläche wurde von den Politikern vor Ort angeschaut. Umweltaspekte seien berücksichtigt worden, und die Belange des Gewerbes seien auch wichtig. „Wir wollen aber kein Wachstum um jeden Preis.“ Die Abstimmungen waren einstimmig (CDU) bzw. mehrheitlich mit einer Gegenstimme 1und einer Enthaltung (SPD). Die SPD sieht vor allem einen „hohen Bedarf an Sozialwohnungen“.

Die jetzt bekannt gewordene Prioritätenliste für den Wohnungsbau umfasst drei Kategorien. Insgesamt tauchen 35 Wohnbauflächen auf:

Priorität I (20 Areale): Im Weidenbusch (Nu1a), ), Kalmünten (Sc2c), Zum Scheider Feld (Sc5b), Am Mutzerfeld (He6), Lerbacher Weg (Hk4a), Am Kleifeld/Häuser Dombach), Ottoherscheid (Bb1), In der Flade (Hr10a), Am Volbach/Lucht (Hr12a), Am Kierdorfer Wald (Hr2a), Goethestraße (Hr6b), An der Grube (Mo7c und d) Simonswiese (Ar2b), Kinderdorf (Lu1), Im Buchenkamp (Re8b und 8b), Schildgen Sc16d, Katterbach Kb7a, Sa 3d.

Priorität II (7 Objekte): Im Weidenbusch (Nu1c), Im Aehlemaar (Sc16a und 16b), Alte Wipperfürther-/Odenthaler Straße (He7), Kirche Sand (Sa2a), Unterheide (As2), Auf den Sechs Morgen (Re2).

Priorität III (8 Flächen): Lubusch (Kb8a), Peterskaule (Nu7Nord), Schützenberg (He12), Am Oberheidkamp (Hk3a), Romaney (Ro5a), Oberheide (As4), Goethestraße (Hr6a). Von I ins III verlegt: Peterskaule (Nu7 Süden) – damit die Sichtachse „Kölner Fenster“ erhalten bleibt, wurde die Baufläche gezielt zurückgeschnitten (Foto oben).

Die Kommunalpolitik beschäftigte sich in zahlreichen Sitzungen mit dem F-Plan.

(Die ersten beiden Buchstaben bezeichnen den Stadtteil. Beispiele: Ar ist Alt-Refrath, Nu ist Nußbaum, Hr ist Herkenrath, He ist Hebborn).

Einzelnen B-Plänen gehen, so das Spitzen-Duo, Verkehrsanalysen und Infrastrukturuntersuchungen voraus.

Die Erweiterungspläne der Firma Krüger (Verwaltungsgebäude, Kita und Parkhaus, aber ohne neue Produktionsstätten) sollen nun im F-Plan dargestellt werden. Ob sich die Ausweitung in einem sensiblen Bereich realisieren lässt, „muss das Land NRW prüfen“. Der Bürger habe die Chance, in einem etwaigen B-Plan-Verfahren mitzuwirken. Um die Arbeitsplätze zu erhalten und neue möglich zu machen bei gleichzeitiger Beachtung der Ökologie, habe man sich für ein „faires Vorgehen“ entschieden, so die Groko. Oder vielleicht finde sich eine alternative Fläche.

Auch zu „Androhungen“ aus den Bürgerinitiativen, man werde eventuell mit einer eigenen Partei zur nächsten Ratswahl antreten, äußerten sich Waldschmidt und Metten. Ob ein Punkt wie der F-Plan als Grundlage für eine eigene Partei reiche, zweifelt der SPD-Chef aber an. Immerhin meint sein CDU-Pendant, vielleicht sei eine solche Partei eine „Bereicherung für die Kommunalpolitik“.

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